Würm Gauting

ZukunftGAUTING

Bürgeroffensive für einen starken Ort

Aktuelles

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„Unser Würmufer“ in Stockdorf – wird die Würm für die Bürger zugänglich?

Beim Ortsfest in Stockdorf im Mai hatten viele Bürger das erste Mal die Gelegenheit das verwunschene, aber vor der Öffentlichkeit abgeriegelte Gebiet direkt an der Würm im Herzen von Stockdorf in Augenschein zu nehmen. Und sie bekamen die Gelegenheit sich spontan zu den Plänen der Eigentümergemeinschaft zu äußern das Areal östlich und westlich der Würm neu zu entwickeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Worum geht es?

Das Vorhaben der Eigentümer

Östlich der Würm entlang der Gautinger Straße bis kurz vor den Baierplatz zieht sich das eng bebaute Areal mit gemischter gewerblicher und Wohnnutzung hin. Ankermieter ist dort die Firma Stanz- Schmid, die aber schon seit längerem einen neuen Standort sucht, um sich entwickeln und über moderne Produktionsabläufe verfügen zu können. Gauting ist hoffentlich möglichst bald in der Lage, Firmen wie Stanz-Schmid Klarheit zu geben, ob sie auf den geplanten Gewerbegebiete am Gautinger Feld oder beim Flughafen Oberpfaffenhofen („Galileo-Park“) einen neuen Standort finden und als Gewerbesteuerzahler der Gemeinde erhalten bleiben.

Stanz Schmid
Die Firma Stanz-Schmid ist an ihrem historischen Standort eingeengt und kann sich nicht zukunftsfähig entwickeln

Die Eigentümer wollen zum Glück in ihre Grundstücke investieren und die Verlagerung von Stanz-Schmid nutzen, um auf diesem Areal mit einer modernen Neubebauung sowohl neue, dorthin gut passende Gewerbeflächen sowie bezahlbaren Wohnraum entsprechend der Mischgebietnutzung des Gebietes zu schaffen.

Sie sind aber auch zugleich Eigentümer der Grundstücke auf der westlichen Seite, die sich entlang der Würm bis zum Schulersteg hinziehen. Dieses Gebiet ist heute öffentlich nicht zugänglich und nicht bebaut. Hier wollen die Eigentümer eine moderate Wohnbebauung realisieren, die vorrangig ortsansässigen Bürgern angeboten werden soll und zugleich das gesamte Areal entlang der Würm für die öffentliche Nutzung freigeben.

Flächen Würmufer
Guter Überblick, um welche Flächen es sich beim Projekt „Unser Würmufer“ handelt

Auf dem 1,6 ha großen  Kern-Areal möchten die Eigentümer – nach enger Abstimmung mit und aufgrund der Vorgaben der Gemeinde – eine zurückgenommene Bebauung mit modernen Wohnungen in drei Häusern und zusammen 20 Wohneinheiten realisieren. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine festgefügten Vorstellungen. Der Eigentümergemeinschaft ist – wie im Gespräch mit ZukunftGauting deutlich wurde – bewusst, dass eine solche Bebauung Rücksicht nehmen muss auf die stadtplanerischen Vorstellungen der Gemeinde und besonders sensibel mit dem Naturraum umgehen muss. Hilfreich für die Pläne ist, dass das Areal aufgrund der Topographie nicht hochwassergefährdet ist und auch nicht als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen ist.

Geplanter Wohnraum
Auf diesem weitläufigen Areal soll Wohnraum entstehen

Besonders charmant ist die Idee, den heute nicht öffentlichen Steg über die Würm auf das Gelände von Stanz-Schmid zu ertüchtigen, so dass die Öffentlichkeit an dieser Stelle auch die Würm queren und von der einen auf die andere Seite wechseln kann. Bei der weiteren Ausgestaltung schwebt der Eigentümergemeinschaft vor, die Energieversorgung der neuen Häuser durch das auch zukünftig weiter betriebene Wasserkraftwerk auf dem Areal sicherzustellen und ein möglichst klimaschonendes Konzept zu realisieren.

Steg über die Würm
Hier soll ein neuer Steg entstehen, der die beiden Ufer für die Öffentlichkeit verbindet

Der Zuweg für Fußgänger und Radfahrer zu dem Gebiet lässt sich über einen Stichweg zum Harmsplatz recht gut realisieren, als Zufahrt für PKW erscheint dieser aber nicht besonders geeignet. Die Hauptzufahrt muss daher über die Zugspitzstraße/Bennosteg realisiert werden mit entsprechenden Wendemöglichkeiten auf dem Grundstück selbst.

Zuweg vom Harmsplatz
Fußgänger und Radfahrer könnten einen einfachen Zugang zum Harmsplatz erhalten

Bezüglich des deutlich schmaleren Grundstückstreifens entlang der Würm vom Bennosteg bis zum Schulersteg soll ein öffentlich zugänglicher (nicht asphaltierter) Weg für Fußgänger oder Radfahrer entlang der Würm entstehen, der einerseits den naturbelassenen Charakter erhält, andererseits aber auch Aufenthaltsqualität bietet mit Sitzbänken etc.

Die Eigentümergemeinschaft ist offen dafür auf entsprechen Wunsch hin dieses Gebiet der Gemeinde zu einem niedrigen Erbpachtzins zu überlassen.

Teilstück zwischen Bennosteg und Schulersteg
Fußgänger und Radfahrer könnten hinter der Grundschule bis zum Schulersteg die Würm genießen

Die Kritiker

Zunächst scheint das Vorhaben bei den Stockdorfer Bürgern auf große Sympathie zu stoßen. In 1.500 Bürgergesprächen im Rahmen des Ortsfestes ergab sich eine Zustimmungsquote von 85 %, das scheint eine gute Basis zu sein, wenn es konkreter wird.

Allerdings gibt es unmittelbare Anwohner aus der Zugspitzstraße, die dem Vorhaben sehr kritisch gegenüberstehen. Hier ist zu berücksichtigen, dass es etliche Grundstücke gibt, deren Grundstücksgrenze direkt an den schmalen Streifen zwischen Benno- und Schulersteg grenzen. Wie wir bei einer Begehung feststellen konnten, sind hier die Grundstücksabgrenzungen oft gar nicht mehr richtig zu erkennen, da Begrenzungszäune nicht (mehr) vorhanden sind und es den Eindruck erweckt als ob diese Grundstücke bis an die Würm heranreichen, was ja tatsächlich nicht der Fall ist. Die Anwohner sorgen sich, dass bei einer Öffnung junge Leute hier sich häufig treffen und sich die Gegend zur „Partymeile“ entwickeln könnten.

Im politischen Raum in der Gemeinde ist die Gautinger SPD wie so oft strikt ablehnend bei diesem Projekt der Ortsentwicklung wohl vor allem aus Gründen des Sozialneids mit Hinweis auf eine wertmäßige Verbesserung des Grundstücks bei einer Bebauung.

Wie geht es weiter?

Der Bauausschuss hat in seiner letzten Sitzung am 26.7. gegen die Stimme von GR Brucker (SPD) beschlossen, einen Architektenwettbewerb als Realisierungswettbewerb durchzuführen (ausgelobt von der Eigentümergemeinschaft in enger Abstimmung mit der Gemeinde), dessen Kosten die Eigentümergemeinschaft tragen wird. Dem wird die Analyse des „Planungsverbandes äußerer Wirtschaftsraum München“ zugrunde gelegt, der bei der Vorbereitung und Begleitung des Wettbewerbs einbezogen wird. Dabei sollen explizit die Ergebnisse der Bürgerbefragung einschließlich vorgebrachter Bedenken und Anregungen einbezogen werden.

Fazit

Viele Gautinger und Stockdorfer Bürger haben schon seit langem den Wunsch, dass die Würm für die Öffentlichkeit besser zugänglich und erlebbar wird, gerade auch im jeweiligen besiedelten Ortskern. Insofern ergibt sich hier eine große Chance für Stockdorf.

Selbstverständlich gibt es in den nächsten Schritten eine Reihe wichtiger Fragen zu klären, u.a.

  • Umweltverträglichkeit der Bebauung auf der Westseite, Schutz des natürlichen Umfeldes der Würm
  • Verkehrliche Anbindung des Areals, Abschätzung der zusätzlichen Verkehrsbelastung, Entwicklung eines Mobilitätskonzeptes (aufgrund der zentralen Lage und Nähe zur S-Bahn sollte ein starker Anteil Fußgänger-/Fahrradverkehr möglich sein)
  • Eine Übertragung des Areals zwischen Benno- und Schulersteg sollte die Gemeinde sehr kritisch hinterfragen – der Eigentümer sollte nicht die Verkehrssicherungspflichten und sonstigen Lasten an die Gemeinde abwälzen
  • Hoher Anteil von bezahlbaren Wohnungen im Gesamtvorhaben, Prüfung, ob Grundsätze der SoBon hier anzuwenden sind im Hinblick auf die Wertsteigerung des westlichen Grundstücks
  • Eine Beschränkung der Vermietung auf Bürger, die zuvor bereits in Stockdorf ansässig waren, halten wir für problematisch – es sollte keinen Unterschied machen, ob jemand aus Stockdorf oder einer Nachbargemeinde kommt

ZukunftGAUTING sieht das Vorhaben grundsätzlich positiv und wird es in den weiteren Schritten konstruktiv begleiten.

Es wird aber zugleich deutlich, wie problematisch es ist, dass die Gemeinde Gauting Gewerbetreibenden keine zumindest grobe terminliche Sicherheit zur Umsiedlung in die neuen Gewerbegebiete am Gauting Feld und in den Galileo-Park geben kann. Es wäre bitter, wenn Stanz-Schmid am Ende an einen anderen Standort außerhalb von Gauting wechseln würde und wir erneut ein mittelständisches Unternehmen, seine Arbeitsplätze und einen Gewerbesteuerzahler verlieren würden.

Ein Investor für Gautings Bahnhof stellt sich vor!

Es tut sich was am Bahnhof. Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung des Bauausschusses haben sich gestern Abend die Eigentümer des Postareal an der Pippinunterführung vorgestellt, um ihre Überlegungen zu der Neubebauung des Grundstücks mit gemischter Nutzung (Gewerbe und Wohnungen) vorzustellen. Es handelt sich um ein bayerisches Familienunternehmen aus Freilassing, die Reichenberger-Gruppe . Der Unternehmer Josef Reichenberger und seine Tochter Eva-Maria Klapphauf, die bereits das Ärztehaus neben dem Kino errichtet haben, wollen in Gauting diese Immobilien entwickeln und langfristig im eigenen Bestand halten.

Dabei beschränken sich ihre Pläne nicht auf das Postareal. Das Familienunternehmen würde gerne auch das alte Gautinger Bahnhofsgebäude mit einem modernen Anbau sanieren und entwickeln. Und zwar auf der Basis des viel gelobten Siegerentwurfes von Prof. Beer aus dem dem städtebaulichen Wettbewerbs aus dem Jahr 2019. Dieses sah die Erhaltung des Kopfbaus vor, ergänzt um einen modernen Anbau. Hier wollen die Reichenbergers die öffentlichen Bereiche (Warteraum, WCs) und einen Kiosk für Reisebedarf und ein Tagescafé mit Terrasse in Ergänzung zum Tati beim Kino realisieren, für die sie bereits Mietinteressenten hätten. Sie sind auch bereit dieses Projekt auf Erbpachtbasis zu realisieren, bei dem das Eigentum an dem Grundstück bei der Gemeinde verbleibt. Die 1. Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger hatte bereits in der Vergangenheit ausgeschlossen, dass die Gemeinde dieses zentrale Grundstück veräußern würde.

Aus der nicht-öffentlichen Beratung des Bauausschusses darf selbstverständlich auch an dieser Stelle nicht berichtet werden. Aber auf explizite Nachfrage der Bürgermeisterin erklärten die Interessenten, dass sie keine Einwände gegen die öffentliche Nennung ihrer Überlegungen und Vorschläge haben.

Josef Reichenberger unterstrich im Anschluss an die Bauauschusssitzung gegenüber ZukunftGauting sein ernsthaftes Interesse sich in unserer Gemeinde langfristig engagieren zu wollen und hofft darauf, dass sich die Pläne zügig realisieren lassen. Er würde sehr gerne die beiden Vorhaben parallel umsetzen, um gerade in der aktuellen Zeit mit großen Herausforderungen bei der Verfügbarkeit von Handwerkern optimal Synergien zwischen den beiden Bauvorhaben ausnutzen zu können.

Fazit: natürlich ist es zu früh diese Pläne jetzt schon endgültig beurteilen zu können. Eine Reihe von Details sind zu klären und selbstverständlich müssen Bebauungspläne und andere formelle Verfahrensschritte auf den Weg gebracht werden.

Aber unsere Grundhaltung ist klar: Verwaltung und Gemeinderat sollten sich zügig mit diesen Ideen auseinandersetzen und sie konstruktiv prüfen. Eine Sanierung des Bahnhofs, der heute in seinem Erscheinungsbild als Begrüßung für Reisende ein Schandfleck  ist, aus eigener finanzieller Kraft ist vollkommen ausgeschlossen. Die Gemeinde muß einen Investitionsstau bewältigen, der sie bereits bei Pflichtaufgaben für Feuerwehr, Kindergärten und Erhaltung der Infrastruktur überfordert. Geld für viele wünschenswerte Projekte ist auf absehbare Zeit -noch- nicht wieder vorhanden. Dafür dauert es einfach viel zu lange, bis die Gewerbegebiete zur Steigerung der Steuereinnahmen von Gauting, realisiert sein werden.

Jedes Vorhaben in unserem Land dauert unendlich lange und die immer komplexeren Regelwerke und Bürokratie ersticken unendlich viel – dies ist keine Kritik an unserer Gemeindeverwaltung, die sich ja als unterste staatliche Ebene an die Spielregeln halten muss.

Aber wenn man jetzt die Chance hat mit einem langfristig orientierten Familienunternehmen Gauting nach vorne zu bringen, sollten wir nach Wegen suchen, diese Initiativen nicht im Sande verlaufen zu lassen.

Wie geht es weiter auf der Bahnhofstrasse?

Das KARLs ist eröffnet und voll vermietet, wie geht es nun eigentlich weiter mit dem Bahnhof und seinem Umfeld, was soll gegenüber dem KARLs passieren und was tut sich weiter in Gautings Ortsmitte ? Viele Bürger fragen das, wir geben einen Überblick.

Wichtig ist: der Bahnhof und die P+R-Flächen gehören der Gemeinde, aber die meisten Grundstücke entlang der Bahnhofstrasse gehören privaten Eigentümern und da kommt es natürlich auch darauf an, ob diese überhaupt Veränderungen angehen wollen.

Um die Entwicklung in Gautings Ortskern nicht dem Zufall zu überlassen und stadtplanerischen Einfluss nehmen zu können, hat die Gemeinde das sog. ISEK (steht für „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ für Gautings Ortsmitte erarbeiten lassen und für das engere Umfeld des Bahnhofs in einem städtebaulichen Entwurf bereits konkrete Vorstellungen zur Ausgestaltung erstellen lassen, siehe www.gauting.de/rathaus-und-verwaltung/aktuelle-projekte/detail/news/bahnhof-gauting/

Dies geschah bereits 2019 und wurde auch in Informationsveranstaltungen interessierten Bürgern mit durchgehend sehr positiver Resonanz vorgestellt, siehe www.zukunft-gauting.de/2019/10/siegerentwurf-zur-gestaltung-des-bahnhofareals-vorgestellt/

Bezüglich des Bahnhofs und des P+R-Areals gibt es  aufgrund der schwierigen  finanziellen Situation der Gemeinde und naturgemäß begrenzter Planungskapazitäten im Rathaus bislang noch keine weiteren Schritte zur Umsetzung. Hier wird in naher Zukunft sich noch wenig verändern.

Die Eigentümer der privaten Grundstücke sind aber davon unabhängig in der Lage, ihre Grundstücke weiterzuentwickeln oder zu veräußern.

Hotel Simon

Hotel Simon

Das Hotel Simon ist bekanntlich geschlossen und bereits 2019 wurden Verkaufspläne bekannt, https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/gauting-hotel-simon-verkauf-immobilien-1.4571118 . Hier würden viele Gautinger es begrüßen, wenn jetzt nach der Fertigstellung des KARLs eine Weiterentwicklung des Areals erfolgen und diese kleinteilige und wenig ansprechende Seite der Bahnhofstrasse modernisiert werden könnte. Der städtebauliche Entwurf gibt hier eine interessierte Perspektive, in dem er einerseits eine erhöhte Bebauung korrespondierend zum KARLs vorsieht, aber zugleich die von manchen befürchtete „Schluchtbildung“ vermeidet durch eine bauliche Gestaltung mit Querriegeln, die auch eine insgesamt großzügigere Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes ermöglichen soll. Gut, dass die Gemeinde für mögliche Investoren an dieser Stelle eine klare Orientierung gibt, an der diese ihre Vorstellungen messen lassen müssen, aber natürlich auch konkretisieren können.

Bahnhofstraße 24

Sieber Bahnhofstraße 24

Sehr viel konkreter sind die Vorstellungen der Eigentümer des Grundstücks mit dem Gebäude des Optikers Sieber und der daneben liegenden Fahrschule. Die Eigentümer, deren Verkaufspläne auch vor einigen Wochen öffentlich bekannt wurden, haben einen Bauvorbescheid beantragt, um eine mögliche Neubebauung im Anschluß an das Nachbarhaus vorklären zu können. Die Gemeindeverwaltung möchte hier mit einem Bebauungsplanverfahren sicherstellen, dass einerseits die berechtigten Interessen der Eigentümer, aber auch die im ISEK formulierten städtebaulichen Ziele der Gemeinde erreicht werden können (Thema im Bauausschuß am 31.5.2022). Hier wird der praktische Wert des ISEK deutlich, das eine ungeordnete Entwicklung allein unter Berücksichtigung der Nachbarbebauung (§ 34 BBauG) zugunsten einer Planung im Kontext der gesamten Ortsmitte ermöglicht. Eine dichtere Bebauung im Ortskern mit fußläufigen Wohnmöglichkeiten zu allen Geschäften und zur S-Bahn ist dabei durchaus gewollt und wird sicherlich an dieser Stelle auch entstehen.

Post

Post Gauting

An diesem Grundstück an der Unterführung zum Pippinplatz erwarten viele in den nächsten Jahren nach einer möglichen Verlagerung der Postfiliale eine Weiterentwicklung, über die aber öffentlich noch nichts bekannt ist. Aber auch hier würde der Eigentümer seine Vorstellungen nicht frei entwickeln können sondern müsste diese an den formulierten städtebaulichen Vorstellungen im ISEK bzw. dem städtebaulichen Entwurf messen lassen.

Fazit: Die Entwicklung von Gauting an der Bahnhofstrasse wird weitergehen, aber die Vorstellung, dass dies sehr rasch geschieht, ist sicher unrealistisch. Wir begrüßen es, wenn Gauting sich im Sinne unseres Leitmotivs eines „modernen und lebenswerten Gautings“ weiterentwickelt, gerade im Ortskern entlang der Bahnhofstrasse. Es ist gut, wenn dies in Schritten und orientiert an klaren Zielvorstellungen wie sie im ISEK formuliert sind geschieht. Große Baustellen wie am KARLs sind natürlich in der Bauphase eine Belastung und müssen daher auch in zeitlicher Abfolge sich sortieren.

 

 

Vier Jahre nach dem Bürgerentscheid – KARLs endlich eröffnet!

Am 15.April 2018 war der Jubel am Abend groß – knapp 68 % der Gautinger Bürgerinnen und Bürger hatten sich FÜR die Bebauung des ehemaligen Grundschulareals in einem Bürgerentscheid ausgesprochen. Das lange Zeit in Gauting zumindest die öffentliche Diskussion dominierende Bürgerforum und sein Ableger GautingAktiv (existiert heute nicht mehr) war mit dem Versuch gescheitert, dieses für den Gautinger Ortskern so wichtige Projekt zu verhindern und Stillstand und finanzielle Misere in Gauting ins Unendliche zu verlängern.

ZukunftGAUTING wurde Anfang 2018 von engagierten Gautinger Bürgern gegründet um hier einen anderen Akzent zu setzen und deutlich zu machen, dass ein Großteil der schweigenden Mehrheit der Gautinger Bürger froh war, dass der Gemeinderat unter Führung der 2014 gewählten Bürgermeisterin Brigitte Kössinger endlich angefangen hatte, die großen Herausforderungen Gautings entschlossen anzugehen und die finanzielle Misere der finanzschwächsten Gemeinde im reichen Landkreis Starnberg langfristig zu überwinden.

Bei der Bebauung des ehemaligen Grundschulareals mit dringend benötigten Wohnungen und frequenzstarken Geschäften mit Belebungswirkung für alle Einzelhändler auf der Bahnhofstrasse ging es ja zugleich auch darum, durch den Verkaufserlös eine schon vor Jahren von der Gemeinde gegenüber der Rechtsaufsicht eingegangene Verpflichtung zu erfüllen,  den Schuldenstand der Gemeinde zu reduzieren. Angesichts der heutigen Herausforderungen gar nicht auszudenken, wie dramatisch schwierig die Gautinger Situation auch im Hinblick auf liebgewonnene freiwillige Leistungen wie Bosco oder Schwimmbad wäre, hätten sich damals die Verhinderer durchgesetzt.

Es hat lange gedauert – aber nun ist das KARLs offiziell eingeweiht, der letzte Baukran abgeräumt und die Straßenmarkierungen wurden aufgebracht. Schon seit Ende letzten Jahres haben EDEKA, DM, Friseur und andere Geschäfte geöffnet, alle Wohnungen wurden vermietet, überwiegend an Menschen aus Gauting und dem Würmtal, die froh sind, in Gauting eine moderne und verkehrsgünstig gelegene Wohnung gefunden zu haben.

Durch den Erfolg beim Bürgerentscheid beflügelt, aber vor allem auch durch den Zuspruch so vieler Bürger aus der Gemeinde, wurde die Initiative ZukunftGAUTING in einen Verein umgewandelt, um sich dauerhaft  für ein modernes und lebenswertes Gauting einzusetzen. Entwicklung der Gewerbegebiete, bezahlbarer Wohnraum und entschlossenes Vorangehen bei der Ortsentwicklung sind unsere wesentlichen Schwerpunkte geworden. Unser 1. Vorsitzender Dr.Andreas Albath gehört seit November 2021 als Unabhängiger dem Gautinger Gemeinderat an und kann dort unsere Anliegen noch besser einbringen. Wir freuen uns über jede Unterstützung, aber natürlich ganz besonders über weitere Mitglieder. Das ist ganz einfach möglich: www.zukunft-gauting.de/beitritterklaerung/

Wir sind unzufrieden, wie mühsam und langsam so vieles in Gauting nur im Schneckentempo vorwärts geht, wo es doch darauf ankäme, entschlossen und zügig zu handeln. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen weit über die Gemeinde und ihre Organe selbst hinaus.

Heute wollen wir darüber aber nicht klagen, sondern uns am Tag der offiziellen Eröffnung des KARLs einfach einmal freuen!

KARLs in Gauting

Gauting und das liebe Geld – alles auf dem richtigen Weg oder eine Fata Morgana?

Verblüfft konnte sich der Gautinger Bürger die Augen reiben als er letzte Woche die Berichte in SZ („Sparrunde vorbei“) oder Merkur („finanzielle Lage nicht so schlecht“) über die Gautinger Haushaltsberatungen lesen konnte. Auslöser war die erfreute Mitteilung des neuen Gautinger Kämmerers Stefan Hagl über eine Erhöhung der sog. „Schlüsselzuweisung“ für Gauting auf 2,3 Mio €  statt ursprünglich angesetzter 1,1 Mio €. Dabei ist das eigentlich eine beunruhigende Botschaft – diese Zuschüsse aus dem Landeshaushalt erhalten nämlich nur die besonders finanzschwachen Gemeinden. Im wohlhabenden Landkreis Starnberg fällt in diese Kategorie („Hartz IV für Kommunen“, Bürgermeisterin Brigitte Kössinger) sonst nur noch Tutzing. Tatsächlich ist die finanzielle Perspektive für Gauting ernüchternd. Die Gemeinde ähnelt einem Hausbesitzer, der seinen Erben eine Vielzahl hinausgeschobener Probleme hinterlässt, die nun ihr letztes Sparbuch plündern müssen, um den Herausforderungen Herr zu werden. 500 Seiten umfasst der Haushaltsentwurf, wir haben versucht die Herausforderungen und wesentlichen Probleme verständlich herauszuarbeiten.

Laufende Einnahmen und Ausgaben ergeben keine Spielräume

Der Verwaltungshaushalt von Gauting, in dem die laufenden Einnahmen verbucht werden und alle Ausgaben für Personal und Sachmittel, den Betrieb von Kindergärten und Schulen oder die freiwilligen Aufgaben wie Sommerbad, Kultur- und Vereinsförderung finanziert werden müssen, umfasst für 2022 gut 49 Mio €. Für Investitionen bleiben jedes Jahr etwa 1 Mio € übrig, was nicht annähernd ausreichend ist. Wer sich genauer dafür interessiert, wofür Gauting sein Geld ausgibt, findet hier einen Überblick.

Die Erhaltung der Substanz – bei Gautings Investitionen tickt eine Zeitbombe

Das eigentliche Problem von Gauting steckt im Vermögenshaushalt, in dem alle Investitionen geplant und finanziert werden müssen. Da diese Maßnahmen sich ja oft über längere Zeit hinziehen ist die Mehrjahresplanung (aktuell bis 2025 erstellt) besonders wichtig. Und Gauting hat hier vor allem für lange herausgeschobene Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen einen enormen Investitionsstau. Das betrifft zB. die energetische Sanierung des bald 50 Jahre alten Rathauses (3,6 Mio €), knapp 30 Mio € für Sanierungsmaßnahmen an allen Schulen (größte Positionen Grundschule Stockdorf inklusive der Erweiterung, die Turnhallen Mittelschule und OvTG), 8,5 Mio € für Kindergärten (u.a Ersatz Postwiese, Neubau Wiesmahdstrasse). Ein großer Brocken wird die Erneuerungen der Einrichtungen für die Feuerwehren mit 9 Mio € allein bis 2025. Vergleichsweise klein mutet dagegen der Instandhaltungsbedarf für das über 50 Jahre alte Sommerbad mit knapp 1 Mio € an in der Hoffnung, dass böse Überraschungen ausbleiben. Und natürlich soll die Gestaltung des Bahnhofareals nach Fertigstellung des KARLs abgeschlossen und der Ausbau der Radweginfrastruktur weitergehen. In Summe steigt der Investitionsbedarf in Gauting von 15,5 Mio € (2022) jedes Jahr in großen Schritten bis auf über 28 Mio € (2025).

Pressebericht
Der Starnberger Merkur berichtete letzten Samstag ausführlich über die Haushaltsberatungen.Leider ist der Bericht online noch nicht verfügbar.

Wie sollen die Investitionen finanziert werden?

 Zunächst einmal muß Gauting seine Rücklagen auflösen, in 2022 sind das 6,5 Mio €, nur so lässt sich eine Kreditaufnahme (letztmalig) vermeiden. Das kann man mit dem Eigenkapital vergleichen, das jeder Häuslebauer ansparen und bei Beginn von Hausbau oder Renovierung einsetzen muß. Über die Veräußerung von Grundstücken, etwa bei der Entwicklung von Gewerbegebieten auf gemeindeeigenem Grund (zB. Handwerkerhof oder Gautinger Feld)  oder brachliegender Gemeindegrundstücke (zB. ehem. Wunderlhofareal oder am Krapfberg) lassen sich weitere Investitionsmittel mobilisieren. Und dann bleiben Kredite im Vermögenshaushalt eine Option, da die jährliche Rücklagenzuführung von 1 Mio € aus dem Verwaltungshaushalt nicht ansatzweise ausreicht. Hier plant der Kämmerer in der mittelfristigen Planung für die Zeit von 2023 – 2025 eine Kreditaufnahme von 40 Mio €!

Das Problem: der neue Kämmerer Stefan Hagl räumt selbst ein, dass die Rechtsaufsicht dem niemals zustimmen wird. Denn das beliebte Argument der aktuell niedrigen Zinsen zur Rechtfertigung von Schulden ist ja nicht zu Ende gedacht, die Tilgung muss die Gemeinde ebenfalls finanzieren können und hier schaut die Rechtsaufsicht kritisch hin, ob dies auch nachhaltig gewährleistet ist.

Was ist der Ausweg aus dem Dilemma?

1. Ehrlichkeit und Realismus

aller im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen wären eine wichtige Grundlage. Natürlich kennen alle das Problem, aber wer in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckt, dass zB. Grundstücksveräußerungen gar nicht erforderlich seien, wirkt da doch sehr kurzsichtig. Grundstücksveräußerungen werden allerdings alleine nicht ausreichen, um die Substanz der Infrastruktur von Gauting zu erhalten. Sonst droht überall eine Situation wie bei der Turnhalle der Mittelschule, deren Dach undicht ist und wo oberflächliche Reparatur-Maßnahmen kurzfristig das Schlimmste verhindern sollen ohne das Problem grundlegend zu lösen.

2. Gauting muss wirklich alle Kraft in die Entwicklung der neuen Gewerbegebiete stecken.

Nur wenn Gauting strukturell deutlich höhere jährliche Gewerbesteuereinnahmen als die bisherigen 7 Mio € erzielt (zum Vergleich – Gilching mit 17.000 Einwohner nachhaltig deutlich über 10 Mio €, Gräfelfing mit 12.000 Einwohnern sogar regelmäßig über 100 Mio €), wird die Gemeinde sich aus dem Dilemma  grundlegend befreien können. Bürgermeisterin Dr.Brigitte Kössinger verfolgt seit ihrer Wahl 2014 beharrlich diesen Weg. Trotz aller Fortschritte ist es durchaus frustrierend zu sehen, wie unendlich langsam diese Prozesse in Deutschland heute laufen.

3. Projekte strecken und Ansätze kritisch hinterfragen

Es muß das Ziel sein, für manche, naturgemäß noch pauschalen Planungsansätze bei der näheren Konkretisierung kostengünstigere Lösungen zu finden. Man kann auch etwas zynisch darauf vertrauen, dass bei der Langsamkeit aller Planungs- und Umsetzungsprozesse sich die Projekte ohnehin zeitlich strecken werden und im Zweifel für manche Themen Zwischenlösungen finden lassen. Auch wenn das nicht ohne Risiken ist wie aktuell das Beispiel der Mittelschule verdeutlicht.

4. Weiter nach kreativen Lösungen suchen

Der 1. Vorsitzende von ZukunftGAUTING, Dr. Andreas Albath, der seit November 2021 als unabhängiger Gemeinderat (für UBG) bei den diesjährigen Haushaltsberatungen erstmals im Hauptausschuss beteiligt war, hat eine offene Lösungssuche und transparente Information der Öffentlichkeit gefordert und dafür auch viel Zustimmung bei anderen Gemeinderäten erhalten. Spätestens bei den Haushaltberatungen für 2023 wird sich zeigen müssen, wie der Gautinger Gemeinderat dabei vorankommt.

 

 

 

Wo kommt das Geld in Gauting her, wofür wird es ausgegeben?

Der Verwaltungshaushalt von Gauting, in dem die laufenden Einnahmen verbucht werden und alle Ausgaben für Personal und Sachmittel, Kindergärten und Schulen oder die freiwilligen Aufgaben wie Sommerbad, Kultur- und Vereinsförderung finanziert werden müssen, umfasst für 2022 gut 49 Mio €. Durch Steuereinnahmen werden davon etwa 35 Mio € gedeckt (der größte Teil stammt dabei aus der Einkommenssteuer), der Rest wird durch Gebühren für Dienstleistungen, Zuschüsse für bestimmte Aufgaben (zB. Kindergärten) und zweckgebunden gedeckt. Laufende Einnahmen und Ausgaben decken sich, Über 40 % dieser Steuereinnahmen, nämlich 14,5 Mio € muß die Gemeinde für die Kreis- und Gewerbesteuerumlage gleich wieder abführen.  Auch auf die größten eigenen Ausgabenblöcke hat die Gemeinde nur wenig Einfluss, zB. für die Kernaufgaben der Gemeindeverwaltung (zB. Hauptamt, Einwohnermeldeamt usw), Schutz der öffentliche Sicherheit (zB. Brandschutz) oder Maßnahmen für Bauverwaltung (z.B. Baugenehmigungen) oder den Verkehr (zB. Straßenreinigung, Pflege der öffentlichen Anlagen), die mit gut 10 Mio € netto (Gebühren und Zuschüsse bereits abgezogen) zu Buche schlagen. Für Kindergärten und Schulen, bei der der Bund den Gemeinden ständig neue Verpflichtungen auferlegt, fallen weitere 6,6 Mio € an, die bei der Gemeinde verbleiben. Für Investitionen bleiben jedes Jahr etwa 1 Mio € übrig, was nicht annähernd ausreichend ist angesichts des ständig steigenden Investitionsbedarfes der nächsten Jahre. Für Kulturförderung, Sport oder Vereine (kann) die Gemeinde etwa 2,5 Mio € (also weniger als 5 % ihres Budgets) ausgeben, die größten Themen sind dabei das Sommerbad, das Bosco oder das JUZ . Dabei konzentriert sich die öffentliche Diskussion immer gerade darauf besonders stark und die Erwartungen von jeweils interessierten Teilen der Bürgerschaft sind hier besonders ausgeprägt. Man denkt, im „reichen Landkreis Starnberg“ müsse das doch alles viel leichter gehen…..

Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt muß die Gemeinde durch Steuern und Einnahmen decken, eine Kreditfinanzierung ist hier gar nicht zulässig. Wenn das Geld nicht reicht, müssen die freiwilligen Aufgaben entsprechend gekürzt werden.

Vorstandswahl bei ZukunftGAUTING – Ortsentwicklung und Zukunftsplan

Einstimmig bestätigte die Mitgliederversammlung den dreiköpfigen Vorstand von ZukunftGAUTING, der aus Dr.Andreas Albath als 1.Vorsitzenden, Markus Proksch als 2.Vorsitzenden und aus Tammo Körner als Kassier besteht, für eine neue Amtsperiode. „Unsere Zielsetzung bleibt unverändert. Wo es soviele Bedenkenträger und Verteidiger des Status Quo gibt, sind wir weiter die Stimme derjenigen, die sich für eine mutige Weiterentwicklung von Gauting als moderne und lebenswerte Gemeinde für alle Einkommensschichten und Bevölkerungsgruppen versteht“ fasste Dr.Andreas Albath die Haltung des Vorstandsteams zusammen. „Vielleicht strahlt ja auch die neue Bundesregierung positiv auf Gauting aus mit ihrer Zielsetzung den Wohnungsbau zu beschleunigen und generell für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren zu sorgen.“ Wir von ZukunftGauting wünschen uns jedenfalls, dass von diesem Geist sich möglichst viele in der Gautinger Kommunalpolitik und bei den bayerischen Behörden anstecken lassen.

Corona-bedingt konnte die Mitgliederversammlung nur per Zoom, dafür aber in sehr guter Stimmung stattfinden. Der Grund für diese gute Laune bestand natürlich darin, dass die Eröffnung von EDEKA und DM im KARLs auf dem ehem. Grundschulareal und der Bezug der Wohnungen rechtzeitig vor Weihnachten erfolgte. Viele haben noch den erbitterten Streit vor drei Jahren in Erinnerung über dieses Vorhaben, der auch die Geburtsstunde von ZukunftGauting war und mit der großen Zustimmung der Gautinger zu dem Projekt den Einsatz von ZukunftGauting endete. Die gesamte Handelslandschaft auf der Bahnhofstrasse wird durch das KARLs gestärkt und  dringend benötigte Mietwohnungen konnten geschaffen werden. Der ganz überwiegende Teil der neuen Mieter stammt übrigens aus Gauting oder dem näheren Umfeld. Es zeigt sich wieder einmal: gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten hilft vor allem der Bau von Wohnungen in allen Preissegmenten. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Bebauung des ehem. AOA-Areals nun endlich zügig auf den Weg gebracht wird. ZukunftGauting setzt sich für einen Zukunftsplan für Gauting ein, der u.a. auch die weitere Planung für das Bahnhofsareal umfassen soll. Es ist unübersehbar – die andere Straßenseite gegenüber dem KARLs ist kein Schmuckstück für das Gautinger Zentrum, hier sollte die Ortsentwicklung zügig  weitergehen, darin sind sich die Mitglieder von ZukunftGauting einig.

Intensiv diskutierten die Mitglieder mit dem Gautinger Wirtschaftsförderer Dr.Fabian Kühnel-Widmann, der als Gastreferent an der Versammlung teilnahm. Kühnel-Widmann ist froh, dass nun endlich die neun kleineren Betriebe vor allem aus dem Handwerk am Handwerkerhof ihre Projekte beginnen können und „damit eine gute und langfristige Perspektive für ihre weitere Entwicklung in Gauting finden“. Aber er betonte auch, dass die Umsetzung der geplanten Gewerbegebiete am Gautinger Feld und des an den Rand des Flughafens verlagerten Areals (Arbeitstitel „Galileo-Park“) entscheidend sind, um wichtige Gautinger Firmen auf Dauer im Gemeindegebiet halten zu können und die sehr große Nachfrage von innovationsstarken Unternehmen aus dem Raum Münchner befriedigen zu können. „Nur wenn diese beiden Gewerbegebiete entstehen hat Gauting die Chance strukturell höhere Gewerbesteuereinnahmen zu erzielen und damit langfristig eine bessere Finanzsituation aufzuweisen“ verdeutlichte Kühnel-Widmann. „Es ist dabei natürlich schon eine enorme Belastung, dass wir den Firmen derzeit keine konkrete und verläßliche Zeitachse nennen können“.

 

Es ist vollbracht – KARLs öffnet seine Pforten!

Erinnern Sie sich noch? Vor drei Jahren begann eine unsere Gautinger Bürgerschaft spaltende Debatte über die vom Gemeinderat nach langem Abwägen und Prüfen beschlossene Bebauung des ehemaligen Grundschulareals. Die Initiative „GautingAktiv“ und das sog. „Bürgerforum“ sammelten Unterschriften für einen Bürgerentscheid, um das Vorhaben zu verhindern. Das war die Geburtsstunde von „ZukunftGauting“ – wir wollten Stillstand und Blockade nicht akzeptieren. Der Einsatz hat sich gelohnt – der Bürgerentscheid im April 2019 ergab mit knapp 68% eine überwältigende Zustimmung für das Vorhaben.

Es hat gedauert und offenbar sind auch noch Restarbeiten zu erledigen – aber seit Donnerstag sind Edeka und DM geöffnet, die Wohnungen sind zu einem großen Teil bezogen und wir Gautinger dürfen froh sein, dass es auch Projekte gibt, die voran gehen und unseren Ort bereichern.

Wir freuen uns!

Eine Konsenslösung für den Ecopark – gute Nachrichten für Gautings Zukunft!

Areal für den zukünftigen Ecopark angrenzend an das Flughafengelände
Areal für den zukünftigen Ecopark angrenzend an das Flughafengelände

Viele waren in Gauting vor einigen Tagen erschrocken über Meldungen „Gauting gibt Pläne für Ecopark auf“. Dabei ist das Gegenteil richtig: es gibt eine Konsenslösung für das dringend benötigte neue Gewerbegebiet am Südrand zu Gilching, um Gautings Finanzsituation langfristig auf gesunde Füße zu stellen!

Gauting will den Ecopark – in Abstimmung mit den Nachbargemeinden Gilching und Weßling – wenige Hundert Meter nach Westen verlagern und entlang der Ostgrenze des Flughafens Oberpfaffenhofen entwickeln. Diese kleine Veränderung der Planungsüberlegungen hat gleichwohl große Auswirkungen. Gilchings Bürgermeister Manfred Walter hat den bisherigen massiven Widerstand gegen Gautings Pläne aufgegeben, da das wichtigste Anliegen von Gilching – keine wesentliche Beeinträchtigung des überwiegend von Gilchinger Bürgern genutzten Areals rund um den Melchior-Fanger-Weg am Unterbrunner Holz – erfüllt werden kann.

Skizze der Lage des neuen Gewerbegebietes
Skizze der Lage des neuen Gewerbegebietes

Das in seiner Dimension etwas kleinere Gewerbegebiet (12-15 ha statt 21 ha) wird sich auf der Zeitachse auch deutlich schneller realisieren lassen, da das Gebiet außerhalb des Landschaftsschutzgebietes liegt. Eine Zustimmung des Kreistages ist damit nicht mehr erforderlich. Eine Beeinträchtigung des Wasserschutzgebietes ist hier zudem auch nicht zu besorgen.

Verlängerung der Dornierstrasse vom Gilchinger Gewerbegebiet zum Flughafen Oberpfaffenhofen
Verlängerung der Dornierstrasse vom Gilchinger Gewerbegebiet zum Flughafen Oberpfaffenhofen

Da im Zusammenhang mit dem Bau des Gewerbegebietes Gilching-Süd eine Erschließungsstrasse 2019 fertiggestellt wurde, ist auch diese wichtige Voraussetzung bereits gegeben. Insofern kann man hoffen, dass die notwendigen Planungsentscheidungen nun zügig auf den Weg gebracht werden können.

Wie kam es zu dieser überraschenden Wende?

Seit der Kommunalwahl überlagerte die Corona-Pandemie alle anderen Themen. Aber im Stillen hat Bürgermeisterin Brigitte Kössinger mit ihren Bürgermeister-Kollegen aus Gilching und Weßling das Gespräch gesucht und diesen Weg gemeinsam entwickelt. Wichtig war hierbei die Unterstützung des neuen Landrates Stefan Frey, der moderierend einen guten Ausgleich unterstützt hat. gwt-Geschäftsführer Christoph Winkelkötter war ebenfalls einbezogen, der – unabhängig von dem Gautinger Interesse an einer strukturellen Verbesserung seiner Gewerbesteuereinnahmen – unterstreicht, wie groß der Bedarf an geeigneten Gewerbeflächen gerade von Firmen aus dem Technologiebereich ist. Gauting hat bekanntlich von Anfang das Ziel verfolgt, an dieser Stelle vor allem technologieorientierte Firmen aus dem Großraum München eine Perspektive zu bieten. Aufgrund der guten verkehrlichen Erschließung über die A 96 und den im weiteren Ausbau befindlichen ÖPNV aufgrund der Synergieeffekte mit dem Flughafen und den Gilchinger Gewerbegebieten sollen hier zwar hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, aber nur in geringem Umfang Zuzug nach Gauting die Folge sein.

Möglich wurde dieser Weg durch den Eigentümerwechsel am Flughafen. Während der frühere Eigentümer EADS kein Interesse an der Entwicklung von Gewerbeflächen angrenzend zu seinem Gelände hatte, hat sich diese Haltung seit der Übernahme durch den neuen Eigentümer Bewo grundlegend verändert. Die Bewo unterstützt und begrüßt die Gautinger Pläne nun.

Wie sind die Reaktionen?

Die massivsten Kritiker der bisherigen Planung, das Gilchinger Bündnis „Pro Bannwald“ und der Bund Naturschutz, haben die veränderten Planungsüberlegungen bereits begrüßt und ihren grundsätzlichen Widerstand gegen die Gautinger Pläne aufgegeben. Hoffen wir, dass es dabei bleibt und nicht wieder neu nachgekartet wird. In Gauting hatten die Pläne für den Ecopark immer schon sehr breite Unterstützung im Gemeinderat und der Bevölkerung. Allerdings waren die Gautinger Grünen als zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat bislang gegen den Ecopark. Aber auch sie haben jetzt ihren Widerstand aufgegeben und die neuen Überlegungen der Gautinger Bürgermeisterin begrüßt. ZukunftGauting freut es, dass nach der Kurskorrektur der Grünen in ihrer Haltung zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum beim AOA-Areal nun auch bei diesem Konfliktthema eine konstruktive gemeinsame Lösung für ein wichtiges Gautinger Vorhaben gefunden werden kann.

Es bleibt zu hoffen, dass die maßgeblich von Brigitte Kössinger seit ihrer Wahl zur 1.Bürgermeisterin voran getriebenen Pläne insgesamt drei neue Gewerbegebiete zu realisieren nun auf einen gutem Weg der zügigen Planung und Realisierung kommen. Während die Erschließungsmaßnahmen für den Handwerkerhof am Penny-Kreisel inzwischen begonnen haben, müssen bezüglich des Gautinger Feldes im Anschluss an das Asklepios-Areal noch letzte Planungsvoraussetzungen abgeschlossen werden. Diese beiden Gewerbegebiete sichern aber bekanntlich nur den langfristigen Bestand heutiger Gewerbebetriebe auf Gautinger Gemeindegebiet. Deshalb ist der Ecopark so wichtig – nur mit seiner Realisierung kann Gauting deutlich höhere Gewerbesteuereinnahmen erreichen und finanziell gesunden.

Handwerkerhof – Erschließungsarbeiten haben begonnen
Handwerkerhof – Erschließungsarbeiten haben begonnen

Gauting braucht einen Zukunfts-Plan!

Krapf Villa

Die Gautinger werden aktuell überflutet von Stellungnahmen, Flyern, Facebook-Posts und Leserbriefen zur „Krapfberg-Villa“. Verbunden mit massiven Vorwürfen Richtung Rathaus und Bürgermeisterin. Damit soll der Eindruck erweckt werden, als ob der Fortbestand dieses Gebäudes – von der Gemeinde vor 50 Jahren erworben, in dessen Erhalt oder Sanierung aber nie ein Cent investiert wurde – eine zentrale Herausforderung für Gauting wäre. Dies ist nicht der Fall!

Es ist immer dasselbe Muster: einige wollen in Gauting alles am liebsten konservieren und wehren sich gegen jede Weiterentwicklung unseres Ortes. Das Gegenteil ist notwendig!

Wir fordern Bürgermeisterin und Gemeinderat auf, einen Zukunftsplan für Gauting zu entwickeln! Folgende Eckpunkte müssen darin enthalten sein:

Gestaltung des Bahnhofs und seines Umfeldes

Im Herbst 2019 wurde der Siegerentwurf des Wettbewerbs für die Gestaltung des Bahnhofumfeldes mit großer Zustimmung in der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Herbst 2021 ist der Neubau am ehem. Grundschulareal abgeschlossen und das KARLs-Quartier wird mit Leben erfüllt.

Wann und wie geht es weiter mit der Umgestaltung der P+R-Fläche, des Bahnhofsvorplatzes und des Bahnhofgebäudes? Die Planungen sollten konkretisiert werden!

Die Entwicklung des Gautinger Ortskerns

Wie soll die Bahnhofstrasse auf der gegenüberliegenden Seite des KARLs langfristig ausschauen ? Besteht hier die Chance – Stichwort Verkauf Hotel Simon – mit den heutigen oder zukünftig neuen Eigentümern diesen wichtigen Teil des Gautinger Zentrums neu zu gestalten?

Der Siegerentwurf zum Bahnhofsumfeld hat konkrete Vorschläge entwickelt. Im Herbst 2019 wurde das ISEK-Konzept für den Ortskern vorgestellt. Es braucht keine weiteren Gutachten, sondern nun eine Bauleitplanung für Gautings Ortskern:

  • Aufwertung der Bahnhofstrasse, bessere Aufenthaltsqualität, ein attraktiveres Umfeld, das Lust zum „Einkaufen vor Ort“ macht!
  • Eine angemessene Verdichtung im Ortskern vor allem für Wohnungen
  • verbessertes Baurecht, um Investitionen in attraktiven Neubau in Mischnutzung mit Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Wohnungen zu ermöglichen
  • Erhaltung und Entwicklung der Grünzüge durch Gauting
  • Schrittweise Neuordnung der Verkehrssituation gemeinsam mit den Händlern und Anwohnern

KARLS Gebäude

Ein ehrlicher Kassensturz – finanzielle Solidität und Perspektive!

Corona und seine wirtschaftlichen Folgen machen es nicht einfacher. Debatten über „Wunschträume“, aber gleichzeitig „Tabuzonen“ definieren – das geht so nicht.

  • Pflichtaufgaben kann die Gemeinde nicht „wegdelegieren“, zB. für die Kinderbetreuung!
  • Welche freiwilligen Leistungen sind uns lieb und teuer und wollen wir erhalten – Freibad, Bosco…?
  • Was ist zukünftig notwendig und was wünschen wir uns?
  • Welche finanziellen Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden?
  • Finanzielle Reserven mobilisieren aus nicht genutztem Vermögen – Investitionsspielraum schaffen für Zukunftsaufgaben
  • Gautinger Gewerbe stärken und entwickeln
    • langfristig höhere Gewerbesteuereinnahmen, damit Gauting sich „Wünschenswertes“ auch leisten kann!
    • Deshalb: Handwerkerhof und Gautinger Feld schnell realisieren
    • Deshalb: Ecopark an der Grenze zu Gilching in überarbeiteter Form auf den Weg bringen!

Bezahlbarer Wohnraum – die soziale Frage unserer Zeit

Nur wenige können sich Doppelhäuser ab 1,5 Mio € aufwärts leisten. Auch ohne Zuzug gibt es großen Bedarf in Gauting für neuen Wohnraum! Das Interesse an den Wohnungen im KARLs ist sehr groß, gerade auch von Gautingern. Wir wollen nicht, dass Gauting nur noch für Wohlhabende als Wohnort in Frage kommt! Was nützen uns, wenn wir dringend benötigte neue Kindergärten bauen, aber die Betreuungskräfte nicht nach Gauting kommen wollen, weil sie hier keine Wohnung finden?

Deshalb: Alle Chancen nutzen, um unterschiedliche Wohnformen für jeden Geldbeutel zu ermöglichen:

  • Geförderten Geschoßwohnungsbau ausbauen – nicht nur am „Patchway Anger“!
  • Genossenschaftliche Modelle und innovative Konzepte – Beispiel „Baugemeinschaft Stockdorf“ – fördern und unterstützen
  • Generell mehr Wohnungsbau fördern, gerade im Ortskern Verdichtung hierfür ermöglichen!

Der Gemeinderat ist gefordert!

Der Gemeinderat darf sich nicht im „Klein-Klein“ verlieren und immer nur isoliert Einzelthemen nach Tagesaktualität diskutieren. Der „Zukunftsplan“ gehört auf die Agenda.

CSU und Grüne sind bei der geplanten Bebauung des ehem. AOA-Geländes aufeinander zugegangen und zeigen, dass gemeinsame Lösungen möglich sind. Setzt diesen Weg fort!

Ein Signal des Aufbruchs setzen – Bürgerfest im Herbst!

Die Corona-Pandemie lastet auf dem öffentlichen Leben und belastet uns alle. Wenn im Herbst die Menschen geimpft sind und das Leben sich normalisiert, schlagen wir anlässlich der Einweihung des KARLs ein großes Bürgerfest vor:

  • Die Gautinger Einzelhändler freuen sich sehr über die „Einkaufsmagneten“ Edeka und DM am Bahnhof
  • Die neuen Mieter sind froh, dass sie endlich eine neue Wohnung in Gauting gefunden haben
  • Die Gemeinde kann den „Zukunftsplan“ vorstellen!

Eine gute Gelegenheit, den Gautingern zu zeigen, dass unser Ort sich weiterentwickelt für ein modernes und lebenswertes Gauting!

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