Würm Gauting

ZukunftGAUTING

Bürgeroffensive für einen starken Ort

Aktuelles

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Wie geht es weiter auf der Bahnhofstrasse?

Das KARLs ist eröffnet und voll vermietet, wie geht es nun eigentlich weiter mit dem Bahnhof und seinem Umfeld, was soll gegenüber dem KARLs passieren und was tut sich weiter in Gautings Ortsmitte ? Viele Bürger fragen das, wir geben einen Überblick.

Wichtig ist: der Bahnhof und die P+R-Flächen gehören der Gemeinde, aber die meisten Grundstücke entlang der Bahnhofstrasse gehören privaten Eigentümern und da kommt es natürlich auch darauf an, ob diese überhaupt Veränderungen angehen wollen.

Um die Entwicklung in Gautings Ortskern nicht dem Zufall zu überlassen und stadtplanerischen Einfluss nehmen zu können, hat die Gemeinde das sog. ISEK (steht für „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ für Gautings Ortsmitte erarbeiten lassen und für das engere Umfeld des Bahnhofs in einem städtebaulichen Entwurf bereits konkrete Vorstellungen zur Ausgestaltung erstellen lassen, siehe www.gauting.de/rathaus-und-verwaltung/aktuelle-projekte/detail/news/bahnhof-gauting/

Dies geschah bereits 2019 und wurde auch in Informationsveranstaltungen interessierten Bürgern mit durchgehend sehr positiver Resonanz vorgestellt, siehe www.zukunft-gauting.de/2019/10/siegerentwurf-zur-gestaltung-des-bahnhofareals-vorgestellt/

Bezüglich des Bahnhofs und des P+R-Areals gibt es  aufgrund der schwierigen  finanziellen Situation der Gemeinde und naturgemäß begrenzter Planungskapazitäten im Rathaus bislang noch keine weiteren Schritte zur Umsetzung. Hier wird in naher Zukunft sich noch wenig verändern.

Die Eigentümer der privaten Grundstücke sind aber davon unabhängig in der Lage, ihre Grundstücke weiterzuentwickeln oder zu veräußern.

Hotel Simon

Hotel Simon

Das Hotel Simon ist bekanntlich geschlossen und bereits 2019 wurden Verkaufspläne bekannt, https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/gauting-hotel-simon-verkauf-immobilien-1.4571118 . Hier würden viele Gautinger es begrüßen, wenn jetzt nach der Fertigstellung des KARLs eine Weiterentwicklung des Areals erfolgen und diese kleinteilige und wenig ansprechende Seite der Bahnhofstrasse modernisiert werden könnte. Der städtebauliche Entwurf gibt hier eine interessierte Perspektive, in dem er einerseits eine erhöhte Bebauung korrespondierend zum KARLs vorsieht, aber zugleich die von manchen befürchtete „Schluchtbildung“ vermeidet durch eine bauliche Gestaltung mit Querriegeln, die auch eine insgesamt großzügigere Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes ermöglichen soll. Gut, dass die Gemeinde für mögliche Investoren an dieser Stelle eine klare Orientierung gibt, an der diese ihre Vorstellungen messen lassen müssen, aber natürlich auch konkretisieren können.

Bahnhofstraße 24

Sieber Bahnhofstraße 24

Sehr viel konkreter sind die Vorstellungen der Eigentümer des Grundstücks mit dem Gebäude des Optikers Sieber und der daneben liegenden Fahrschule. Die Eigentümer, deren Verkaufspläne auch vor einigen Wochen öffentlich bekannt wurden, haben einen Bauvorbescheid beantragt, um eine mögliche Neubebauung im Anschluß an das Nachbarhaus vorklären zu können. Die Gemeindeverwaltung möchte hier mit einem Bebauungsplanverfahren sicherstellen, dass einerseits die berechtigten Interessen der Eigentümer, aber auch die im ISEK formulierten städtebaulichen Ziele der Gemeinde erreicht werden können (Thema im Bauausschuß am 31.5.2022). Hier wird der praktische Wert des ISEK deutlich, das eine ungeordnete Entwicklung allein unter Berücksichtigung der Nachbarbebauung (§ 34 BBauG) zugunsten einer Planung im Kontext der gesamten Ortsmitte ermöglicht. Eine dichtere Bebauung im Ortskern mit fußläufigen Wohnmöglichkeiten zu allen Geschäften und zur S-Bahn ist dabei durchaus gewollt und wird sicherlich an dieser Stelle auch entstehen.

Post

Post Gauting

An diesem Grundstück an der Unterführung zum Pippinplatz erwarten viele in den nächsten Jahren nach einer möglichen Verlagerung der Postfiliale eine Weiterentwicklung, über die aber öffentlich noch nichts bekannt ist. Aber auch hier würde der Eigentümer seine Vorstellungen nicht frei entwickeln können sondern müsste diese an den formulierten städtebaulichen Vorstellungen im ISEK bzw. dem städtebaulichen Entwurf messen lassen.

Fazit: Die Entwicklung von Gauting an der Bahnhofstrasse wird weitergehen, aber die Vorstellung, dass dies sehr rasch geschieht, ist sicher unrealistisch. Wir begrüßen es, wenn Gauting sich im Sinne unseres Leitmotivs eines „modernen und lebenswerten Gautings“ weiterentwickelt, gerade im Ortskern entlang der Bahnhofstrasse. Es ist gut, wenn dies in Schritten und orientiert an klaren Zielvorstellungen wie sie im ISEK formuliert sind geschieht. Große Baustellen wie am KARLs sind natürlich in der Bauphase eine Belastung und müssen daher auch in zeitlicher Abfolge sich sortieren.

 

 

Vier Jahre nach dem Bürgerentscheid – KARLs endlich eröffnet!

Am 15.April 2018 war der Jubel am Abend groß – knapp 68 % der Gautinger Bürgerinnen und Bürger hatten sich FÜR die Bebauung des ehemaligen Grundschulareals in einem Bürgerentscheid ausgesprochen. Das lange Zeit in Gauting zumindest die öffentliche Diskussion dominierende Bürgerforum und sein Ableger GautingAktiv (existiert heute nicht mehr) war mit dem Versuch gescheitert, dieses für den Gautinger Ortskern so wichtige Projekt zu verhindern und Stillstand und finanzielle Misere in Gauting ins Unendliche zu verlängern.

ZukunftGAUTING wurde Anfang 2018 von engagierten Gautinger Bürgern gegründet um hier einen anderen Akzent zu setzen und deutlich zu machen, dass ein Großteil der schweigenden Mehrheit der Gautinger Bürger froh war, dass der Gemeinderat unter Führung der 2014 gewählten Bürgermeisterin Brigitte Kössinger endlich angefangen hatte, die großen Herausforderungen Gautings entschlossen anzugehen und die finanzielle Misere der finanzschwächsten Gemeinde im reichen Landkreis Starnberg langfristig zu überwinden.

Bei der Bebauung des ehemaligen Grundschulareals mit dringend benötigten Wohnungen und frequenzstarken Geschäften mit Belebungswirkung für alle Einzelhändler auf der Bahnhofstrasse ging es ja zugleich auch darum, durch den Verkaufserlös eine schon vor Jahren von der Gemeinde gegenüber der Rechtsaufsicht eingegangene Verpflichtung zu erfüllen,  den Schuldenstand der Gemeinde zu reduzieren. Angesichts der heutigen Herausforderungen gar nicht auszudenken, wie dramatisch schwierig die Gautinger Situation auch im Hinblick auf liebgewonnene freiwillige Leistungen wie Bosco oder Schwimmbad wäre, hätten sich damals die Verhinderer durchgesetzt.

Es hat lange gedauert – aber nun ist das KARLs offiziell eingeweiht, der letzte Baukran abgeräumt und die Straßenmarkierungen wurden aufgebracht. Schon seit Ende letzten Jahres haben EDEKA, DM, Friseur und andere Geschäfte geöffnet, alle Wohnungen wurden vermietet, überwiegend an Menschen aus Gauting und dem Würmtal, die froh sind, in Gauting eine moderne und verkehrsgünstig gelegene Wohnung gefunden zu haben.

Durch den Erfolg beim Bürgerentscheid beflügelt, aber vor allem auch durch den Zuspruch so vieler Bürger aus der Gemeinde, wurde die Initiative ZukunftGAUTING in einen Verein umgewandelt, um sich dauerhaft  für ein modernes und lebenswertes Gauting einzusetzen. Entwicklung der Gewerbegebiete, bezahlbarer Wohnraum und entschlossenes Vorangehen bei der Ortsentwicklung sind unsere wesentlichen Schwerpunkte geworden. Unser 1. Vorsitzender Dr.Andreas Albath gehört seit November 2021 als Unabhängiger dem Gautinger Gemeinderat an und kann dort unsere Anliegen noch besser einbringen. Wir freuen uns über jede Unterstützung, aber natürlich ganz besonders über weitere Mitglieder. Das ist ganz einfach möglich: www.zukunft-gauting.de/beitritterklaerung/

Wir sind unzufrieden, wie mühsam und langsam so vieles in Gauting nur im Schneckentempo vorwärts geht, wo es doch darauf ankäme, entschlossen und zügig zu handeln. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen weit über die Gemeinde und ihre Organe selbst hinaus.

Heute wollen wir darüber aber nicht klagen, sondern uns am Tag der offiziellen Eröffnung des KARLs einfach einmal freuen!

KARLs in Gauting

Gauting und das liebe Geld – alles auf dem richtigen Weg oder eine Fata Morgana?

Verblüfft konnte sich der Gautinger Bürger die Augen reiben als er letzte Woche die Berichte in SZ („Sparrunde vorbei“) oder Merkur („finanzielle Lage nicht so schlecht“) über die Gautinger Haushaltsberatungen lesen konnte. Auslöser war die erfreute Mitteilung des neuen Gautinger Kämmerers Stefan Hagl über eine Erhöhung der sog. „Schlüsselzuweisung“ für Gauting auf 2,3 Mio €  statt ursprünglich angesetzter 1,1 Mio €. Dabei ist das eigentlich eine beunruhigende Botschaft – diese Zuschüsse aus dem Landeshaushalt erhalten nämlich nur die besonders finanzschwachen Gemeinden. Im wohlhabenden Landkreis Starnberg fällt in diese Kategorie („Hartz IV für Kommunen“, Bürgermeisterin Brigitte Kössinger) sonst nur noch Tutzing. Tatsächlich ist die finanzielle Perspektive für Gauting ernüchternd. Die Gemeinde ähnelt einem Hausbesitzer, der seinen Erben eine Vielzahl hinausgeschobener Probleme hinterlässt, die nun ihr letztes Sparbuch plündern müssen, um den Herausforderungen Herr zu werden. 500 Seiten umfasst der Haushaltsentwurf, wir haben versucht die Herausforderungen und wesentlichen Probleme verständlich herauszuarbeiten.

Laufende Einnahmen und Ausgaben ergeben keine Spielräume

Der Verwaltungshaushalt von Gauting, in dem die laufenden Einnahmen verbucht werden und alle Ausgaben für Personal und Sachmittel, den Betrieb von Kindergärten und Schulen oder die freiwilligen Aufgaben wie Sommerbad, Kultur- und Vereinsförderung finanziert werden müssen, umfasst für 2022 gut 49 Mio €. Für Investitionen bleiben jedes Jahr etwa 1 Mio € übrig, was nicht annähernd ausreichend ist. Wer sich genauer dafür interessiert, wofür Gauting sein Geld ausgibt, findet hier einen Überblick.

Die Erhaltung der Substanz – bei Gautings Investitionen tickt eine Zeitbombe

Das eigentliche Problem von Gauting steckt im Vermögenshaushalt, in dem alle Investitionen geplant und finanziert werden müssen. Da diese Maßnahmen sich ja oft über längere Zeit hinziehen ist die Mehrjahresplanung (aktuell bis 2025 erstellt) besonders wichtig. Und Gauting hat hier vor allem für lange herausgeschobene Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen einen enormen Investitionsstau. Das betrifft zB. die energetische Sanierung des bald 50 Jahre alten Rathauses (3,6 Mio €), knapp 30 Mio € für Sanierungsmaßnahmen an allen Schulen (größte Positionen Grundschule Stockdorf inklusive der Erweiterung, die Turnhallen Mittelschule und OvTG), 8,5 Mio € für Kindergärten (u.a Ersatz Postwiese, Neubau Wiesmahdstrasse). Ein großer Brocken wird die Erneuerungen der Einrichtungen für die Feuerwehren mit 9 Mio € allein bis 2025. Vergleichsweise klein mutet dagegen der Instandhaltungsbedarf für das über 50 Jahre alte Sommerbad mit knapp 1 Mio € an in der Hoffnung, dass böse Überraschungen ausbleiben. Und natürlich soll die Gestaltung des Bahnhofareals nach Fertigstellung des KARLs abgeschlossen und der Ausbau der Radweginfrastruktur weitergehen. In Summe steigt der Investitionsbedarf in Gauting von 15,5 Mio € (2022) jedes Jahr in großen Schritten bis auf über 28 Mio € (2025).

Pressebericht
Der Starnberger Merkur berichtete letzten Samstag ausführlich über die Haushaltsberatungen.Leider ist der Bericht online noch nicht verfügbar.

Wie sollen die Investitionen finanziert werden?

 Zunächst einmal muß Gauting seine Rücklagen auflösen, in 2022 sind das 6,5 Mio €, nur so lässt sich eine Kreditaufnahme (letztmalig) vermeiden. Das kann man mit dem Eigenkapital vergleichen, das jeder Häuslebauer ansparen und bei Beginn von Hausbau oder Renovierung einsetzen muß. Über die Veräußerung von Grundstücken, etwa bei der Entwicklung von Gewerbegebieten auf gemeindeeigenem Grund (zB. Handwerkerhof oder Gautinger Feld)  oder brachliegender Gemeindegrundstücke (zB. ehem. Wunderlhofareal oder am Krapfberg) lassen sich weitere Investitionsmittel mobilisieren. Und dann bleiben Kredite im Vermögenshaushalt eine Option, da die jährliche Rücklagenzuführung von 1 Mio € aus dem Verwaltungshaushalt nicht ansatzweise ausreicht. Hier plant der Kämmerer in der mittelfristigen Planung für die Zeit von 2023 – 2025 eine Kreditaufnahme von 40 Mio €!

Das Problem: der neue Kämmerer Stefan Hagl räumt selbst ein, dass die Rechtsaufsicht dem niemals zustimmen wird. Denn das beliebte Argument der aktuell niedrigen Zinsen zur Rechtfertigung von Schulden ist ja nicht zu Ende gedacht, die Tilgung muss die Gemeinde ebenfalls finanzieren können und hier schaut die Rechtsaufsicht kritisch hin, ob dies auch nachhaltig gewährleistet ist.

Was ist der Ausweg aus dem Dilemma?

1. Ehrlichkeit und Realismus

aller im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen wären eine wichtige Grundlage. Natürlich kennen alle das Problem, aber wer in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckt, dass zB. Grundstücksveräußerungen gar nicht erforderlich seien, wirkt da doch sehr kurzsichtig. Grundstücksveräußerungen werden allerdings alleine nicht ausreichen, um die Substanz der Infrastruktur von Gauting zu erhalten. Sonst droht überall eine Situation wie bei der Turnhalle der Mittelschule, deren Dach undicht ist und wo oberflächliche Reparatur-Maßnahmen kurzfristig das Schlimmste verhindern sollen ohne das Problem grundlegend zu lösen.

2. Gauting muss wirklich alle Kraft in die Entwicklung der neuen Gewerbegebiete stecken.

Nur wenn Gauting strukturell deutlich höhere jährliche Gewerbesteuereinnahmen als die bisherigen 7 Mio € erzielt (zum Vergleich – Gilching mit 17.000 Einwohner nachhaltig deutlich über 10 Mio €, Gräfelfing mit 12.000 Einwohnern sogar regelmäßig über 100 Mio €), wird die Gemeinde sich aus dem Dilemma  grundlegend befreien können. Bürgermeisterin Dr.Brigitte Kössinger verfolgt seit ihrer Wahl 2014 beharrlich diesen Weg. Trotz aller Fortschritte ist es durchaus frustrierend zu sehen, wie unendlich langsam diese Prozesse in Deutschland heute laufen.

3. Projekte strecken und Ansätze kritisch hinterfragen

Es muß das Ziel sein, für manche, naturgemäß noch pauschalen Planungsansätze bei der näheren Konkretisierung kostengünstigere Lösungen zu finden. Man kann auch etwas zynisch darauf vertrauen, dass bei der Langsamkeit aller Planungs- und Umsetzungsprozesse sich die Projekte ohnehin zeitlich strecken werden und im Zweifel für manche Themen Zwischenlösungen finden lassen. Auch wenn das nicht ohne Risiken ist wie aktuell das Beispiel der Mittelschule verdeutlicht.

4. Weiter nach kreativen Lösungen suchen

Der 1. Vorsitzende von ZukunftGAUTING, Dr. Andreas Albath, der seit November 2021 als unabhängiger Gemeinderat (für UBG) bei den diesjährigen Haushaltsberatungen erstmals im Hauptausschuss beteiligt war, hat eine offene Lösungssuche und transparente Information der Öffentlichkeit gefordert und dafür auch viel Zustimmung bei anderen Gemeinderäten erhalten. Spätestens bei den Haushaltberatungen für 2023 wird sich zeigen müssen, wie der Gautinger Gemeinderat dabei vorankommt.

 

 

 

Wo kommt das Geld in Gauting her, wofür wird es ausgegeben?

Der Verwaltungshaushalt von Gauting, in dem die laufenden Einnahmen verbucht werden und alle Ausgaben für Personal und Sachmittel, Kindergärten und Schulen oder die freiwilligen Aufgaben wie Sommerbad, Kultur- und Vereinsförderung finanziert werden müssen, umfasst für 2022 gut 49 Mio €. Durch Steuereinnahmen werden davon etwa 35 Mio € gedeckt (der größte Teil stammt dabei aus der Einkommenssteuer), der Rest wird durch Gebühren für Dienstleistungen, Zuschüsse für bestimmte Aufgaben (zB. Kindergärten) und zweckgebunden gedeckt. Laufende Einnahmen und Ausgaben decken sich, Über 40 % dieser Steuereinnahmen, nämlich 14,5 Mio € muß die Gemeinde für die Kreis- und Gewerbesteuerumlage gleich wieder abführen.  Auch auf die größten eigenen Ausgabenblöcke hat die Gemeinde nur wenig Einfluss, zB. für die Kernaufgaben der Gemeindeverwaltung (zB. Hauptamt, Einwohnermeldeamt usw), Schutz der öffentliche Sicherheit (zB. Brandschutz) oder Maßnahmen für Bauverwaltung (z.B. Baugenehmigungen) oder den Verkehr (zB. Straßenreinigung, Pflege der öffentlichen Anlagen), die mit gut 10 Mio € netto (Gebühren und Zuschüsse bereits abgezogen) zu Buche schlagen. Für Kindergärten und Schulen, bei der der Bund den Gemeinden ständig neue Verpflichtungen auferlegt, fallen weitere 6,6 Mio € an, die bei der Gemeinde verbleiben. Für Investitionen bleiben jedes Jahr etwa 1 Mio € übrig, was nicht annähernd ausreichend ist angesichts des ständig steigenden Investitionsbedarfes der nächsten Jahre. Für Kulturförderung, Sport oder Vereine (kann) die Gemeinde etwa 2,5 Mio € (also weniger als 5 % ihres Budgets) ausgeben, die größten Themen sind dabei das Sommerbad, das Bosco oder das JUZ . Dabei konzentriert sich die öffentliche Diskussion immer gerade darauf besonders stark und die Erwartungen von jeweils interessierten Teilen der Bürgerschaft sind hier besonders ausgeprägt. Man denkt, im „reichen Landkreis Starnberg“ müsse das doch alles viel leichter gehen…..

Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt muß die Gemeinde durch Steuern und Einnahmen decken, eine Kreditfinanzierung ist hier gar nicht zulässig. Wenn das Geld nicht reicht, müssen die freiwilligen Aufgaben entsprechend gekürzt werden.

Vorstandswahl bei ZukunftGAUTING – Ortsentwicklung und Zukunftsplan

Einstimmig bestätigte die Mitgliederversammlung den dreiköpfigen Vorstand von ZukunftGAUTING, der aus Dr.Andreas Albath als 1.Vorsitzenden, Markus Proksch als 2.Vorsitzenden und aus Tammo Körner als Kassier besteht, für eine neue Amtsperiode. „Unsere Zielsetzung bleibt unverändert. Wo es soviele Bedenkenträger und Verteidiger des Status Quo gibt, sind wir weiter die Stimme derjenigen, die sich für eine mutige Weiterentwicklung von Gauting als moderne und lebenswerte Gemeinde für alle Einkommensschichten und Bevölkerungsgruppen versteht“ fasste Dr.Andreas Albath die Haltung des Vorstandsteams zusammen. „Vielleicht strahlt ja auch die neue Bundesregierung positiv auf Gauting aus mit ihrer Zielsetzung den Wohnungsbau zu beschleunigen und generell für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren zu sorgen.“ Wir von ZukunftGauting wünschen uns jedenfalls, dass von diesem Geist sich möglichst viele in der Gautinger Kommunalpolitik und bei den bayerischen Behörden anstecken lassen.

Corona-bedingt konnte die Mitgliederversammlung nur per Zoom, dafür aber in sehr guter Stimmung stattfinden. Der Grund für diese gute Laune bestand natürlich darin, dass die Eröffnung von EDEKA und DM im KARLs auf dem ehem. Grundschulareal und der Bezug der Wohnungen rechtzeitig vor Weihnachten erfolgte. Viele haben noch den erbitterten Streit vor drei Jahren in Erinnerung über dieses Vorhaben, der auch die Geburtsstunde von ZukunftGauting war und mit der großen Zustimmung der Gautinger zu dem Projekt den Einsatz von ZukunftGauting endete. Die gesamte Handelslandschaft auf der Bahnhofstrasse wird durch das KARLs gestärkt und  dringend benötigte Mietwohnungen konnten geschaffen werden. Der ganz überwiegende Teil der neuen Mieter stammt übrigens aus Gauting oder dem näheren Umfeld. Es zeigt sich wieder einmal: gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten hilft vor allem der Bau von Wohnungen in allen Preissegmenten. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Bebauung des ehem. AOA-Areals nun endlich zügig auf den Weg gebracht wird. ZukunftGauting setzt sich für einen Zukunftsplan für Gauting ein, der u.a. auch die weitere Planung für das Bahnhofsareal umfassen soll. Es ist unübersehbar – die andere Straßenseite gegenüber dem KARLs ist kein Schmuckstück für das Gautinger Zentrum, hier sollte die Ortsentwicklung zügig  weitergehen, darin sind sich die Mitglieder von ZukunftGauting einig.

Intensiv diskutierten die Mitglieder mit dem Gautinger Wirtschaftsförderer Dr.Fabian Kühnel-Widmann, der als Gastreferent an der Versammlung teilnahm. Kühnel-Widmann ist froh, dass nun endlich die neun kleineren Betriebe vor allem aus dem Handwerk am Handwerkerhof ihre Projekte beginnen können und „damit eine gute und langfristige Perspektive für ihre weitere Entwicklung in Gauting finden“. Aber er betonte auch, dass die Umsetzung der geplanten Gewerbegebiete am Gautinger Feld und des an den Rand des Flughafens verlagerten Areals (Arbeitstitel „Galileo-Park“) entscheidend sind, um wichtige Gautinger Firmen auf Dauer im Gemeindegebiet halten zu können und die sehr große Nachfrage von innovationsstarken Unternehmen aus dem Raum Münchner befriedigen zu können. „Nur wenn diese beiden Gewerbegebiete entstehen hat Gauting die Chance strukturell höhere Gewerbesteuereinnahmen zu erzielen und damit langfristig eine bessere Finanzsituation aufzuweisen“ verdeutlichte Kühnel-Widmann. „Es ist dabei natürlich schon eine enorme Belastung, dass wir den Firmen derzeit keine konkrete und verläßliche Zeitachse nennen können“.

 

Es ist vollbracht – KARLs öffnet seine Pforten!

Erinnern Sie sich noch? Vor drei Jahren begann eine unsere Gautinger Bürgerschaft spaltende Debatte über die vom Gemeinderat nach langem Abwägen und Prüfen beschlossene Bebauung des ehemaligen Grundschulareals. Die Initiative „GautingAktiv“ und das sog. „Bürgerforum“ sammelten Unterschriften für einen Bürgerentscheid, um das Vorhaben zu verhindern. Das war die Geburtsstunde von „ZukunftGauting“ – wir wollten Stillstand und Blockade nicht akzeptieren. Der Einsatz hat sich gelohnt – der Bürgerentscheid im April 2019 ergab mit knapp 68% eine überwältigende Zustimmung für das Vorhaben.

Es hat gedauert und offenbar sind auch noch Restarbeiten zu erledigen – aber seit Donnerstag sind Edeka und DM geöffnet, die Wohnungen sind zu einem großen Teil bezogen und wir Gautinger dürfen froh sein, dass es auch Projekte gibt, die voran gehen und unseren Ort bereichern.

Wir freuen uns!

Eine Konsenslösung für den Ecopark – gute Nachrichten für Gautings Zukunft!

Areal für den zukünftigen Ecopark angrenzend an das Flughafengelände
Areal für den zukünftigen Ecopark angrenzend an das Flughafengelände

Viele waren in Gauting vor einigen Tagen erschrocken über Meldungen „Gauting gibt Pläne für Ecopark auf“. Dabei ist das Gegenteil richtig: es gibt eine Konsenslösung für das dringend benötigte neue Gewerbegebiet am Südrand zu Gilching, um Gautings Finanzsituation langfristig auf gesunde Füße zu stellen!

Gauting will den Ecopark – in Abstimmung mit den Nachbargemeinden Gilching und Weßling – wenige Hundert Meter nach Westen verlagern und entlang der Ostgrenze des Flughafens Oberpfaffenhofen entwickeln. Diese kleine Veränderung der Planungsüberlegungen hat gleichwohl große Auswirkungen. Gilchings Bürgermeister Manfred Walter hat den bisherigen massiven Widerstand gegen Gautings Pläne aufgegeben, da das wichtigste Anliegen von Gilching – keine wesentliche Beeinträchtigung des überwiegend von Gilchinger Bürgern genutzten Areals rund um den Melchior-Fanger-Weg am Unterbrunner Holz – erfüllt werden kann.

Skizze der Lage des neuen Gewerbegebietes
Skizze der Lage des neuen Gewerbegebietes

Das in seiner Dimension etwas kleinere Gewerbegebiet (12-15 ha statt 21 ha) wird sich auf der Zeitachse auch deutlich schneller realisieren lassen, da das Gebiet außerhalb des Landschaftsschutzgebietes liegt. Eine Zustimmung des Kreistages ist damit nicht mehr erforderlich. Eine Beeinträchtigung des Wasserschutzgebietes ist hier zudem auch nicht zu besorgen.

Verlängerung der Dornierstrasse vom Gilchinger Gewerbegebiet zum Flughafen Oberpfaffenhofen
Verlängerung der Dornierstrasse vom Gilchinger Gewerbegebiet zum Flughafen Oberpfaffenhofen

Da im Zusammenhang mit dem Bau des Gewerbegebietes Gilching-Süd eine Erschließungsstrasse 2019 fertiggestellt wurde, ist auch diese wichtige Voraussetzung bereits gegeben. Insofern kann man hoffen, dass die notwendigen Planungsentscheidungen nun zügig auf den Weg gebracht werden können.

Wie kam es zu dieser überraschenden Wende?

Seit der Kommunalwahl überlagerte die Corona-Pandemie alle anderen Themen. Aber im Stillen hat Bürgermeisterin Brigitte Kössinger mit ihren Bürgermeister-Kollegen aus Gilching und Weßling das Gespräch gesucht und diesen Weg gemeinsam entwickelt. Wichtig war hierbei die Unterstützung des neuen Landrates Stefan Frey, der moderierend einen guten Ausgleich unterstützt hat. gwt-Geschäftsführer Christoph Winkelkötter war ebenfalls einbezogen, der – unabhängig von dem Gautinger Interesse an einer strukturellen Verbesserung seiner Gewerbesteuereinnahmen – unterstreicht, wie groß der Bedarf an geeigneten Gewerbeflächen gerade von Firmen aus dem Technologiebereich ist. Gauting hat bekanntlich von Anfang das Ziel verfolgt, an dieser Stelle vor allem technologieorientierte Firmen aus dem Großraum München eine Perspektive zu bieten. Aufgrund der guten verkehrlichen Erschließung über die A 96 und den im weiteren Ausbau befindlichen ÖPNV aufgrund der Synergieeffekte mit dem Flughafen und den Gilchinger Gewerbegebieten sollen hier zwar hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, aber nur in geringem Umfang Zuzug nach Gauting die Folge sein.

Möglich wurde dieser Weg durch den Eigentümerwechsel am Flughafen. Während der frühere Eigentümer EADS kein Interesse an der Entwicklung von Gewerbeflächen angrenzend zu seinem Gelände hatte, hat sich diese Haltung seit der Übernahme durch den neuen Eigentümer Bewo grundlegend verändert. Die Bewo unterstützt und begrüßt die Gautinger Pläne nun.

Wie sind die Reaktionen?

Die massivsten Kritiker der bisherigen Planung, das Gilchinger Bündnis „Pro Bannwald“ und der Bund Naturschutz, haben die veränderten Planungsüberlegungen bereits begrüßt und ihren grundsätzlichen Widerstand gegen die Gautinger Pläne aufgegeben. Hoffen wir, dass es dabei bleibt und nicht wieder neu nachgekartet wird. In Gauting hatten die Pläne für den Ecopark immer schon sehr breite Unterstützung im Gemeinderat und der Bevölkerung. Allerdings waren die Gautinger Grünen als zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat bislang gegen den Ecopark. Aber auch sie haben jetzt ihren Widerstand aufgegeben und die neuen Überlegungen der Gautinger Bürgermeisterin begrüßt. ZukunftGauting freut es, dass nach der Kurskorrektur der Grünen in ihrer Haltung zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum beim AOA-Areal nun auch bei diesem Konfliktthema eine konstruktive gemeinsame Lösung für ein wichtiges Gautinger Vorhaben gefunden werden kann.

Es bleibt zu hoffen, dass die maßgeblich von Brigitte Kössinger seit ihrer Wahl zur 1.Bürgermeisterin voran getriebenen Pläne insgesamt drei neue Gewerbegebiete zu realisieren nun auf einen gutem Weg der zügigen Planung und Realisierung kommen. Während die Erschließungsmaßnahmen für den Handwerkerhof am Penny-Kreisel inzwischen begonnen haben, müssen bezüglich des Gautinger Feldes im Anschluss an das Asklepios-Areal noch letzte Planungsvoraussetzungen abgeschlossen werden. Diese beiden Gewerbegebiete sichern aber bekanntlich nur den langfristigen Bestand heutiger Gewerbebetriebe auf Gautinger Gemeindegebiet. Deshalb ist der Ecopark so wichtig – nur mit seiner Realisierung kann Gauting deutlich höhere Gewerbesteuereinnahmen erreichen und finanziell gesunden.

Handwerkerhof – Erschließungsarbeiten haben begonnen
Handwerkerhof – Erschließungsarbeiten haben begonnen

Gauting braucht einen Zukunfts-Plan!

Krapf Villa

Die Gautinger werden aktuell überflutet von Stellungnahmen, Flyern, Facebook-Posts und Leserbriefen zur „Krapfberg-Villa“. Verbunden mit massiven Vorwürfen Richtung Rathaus und Bürgermeisterin. Damit soll der Eindruck erweckt werden, als ob der Fortbestand dieses Gebäudes – von der Gemeinde vor 50 Jahren erworben, in dessen Erhalt oder Sanierung aber nie ein Cent investiert wurde – eine zentrale Herausforderung für Gauting wäre. Dies ist nicht der Fall!

Es ist immer dasselbe Muster: einige wollen in Gauting alles am liebsten konservieren und wehren sich gegen jede Weiterentwicklung unseres Ortes. Das Gegenteil ist notwendig!

Wir fordern Bürgermeisterin und Gemeinderat auf, einen Zukunftsplan für Gauting zu entwickeln! Folgende Eckpunkte müssen darin enthalten sein:

Gestaltung des Bahnhofs und seines Umfeldes

Im Herbst 2019 wurde der Siegerentwurf des Wettbewerbs für die Gestaltung des Bahnhofumfeldes mit großer Zustimmung in der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Herbst 2021 ist der Neubau am ehem. Grundschulareal abgeschlossen und das KARLs-Quartier wird mit Leben erfüllt.

Wann und wie geht es weiter mit der Umgestaltung der P+R-Fläche, des Bahnhofsvorplatzes und des Bahnhofgebäudes? Die Planungen sollten konkretisiert werden!

Die Entwicklung des Gautinger Ortskerns

Wie soll die Bahnhofstrasse auf der gegenüberliegenden Seite des KARLs langfristig ausschauen ? Besteht hier die Chance – Stichwort Verkauf Hotel Simon – mit den heutigen oder zukünftig neuen Eigentümern diesen wichtigen Teil des Gautinger Zentrums neu zu gestalten?

Der Siegerentwurf zum Bahnhofsumfeld hat konkrete Vorschläge entwickelt. Im Herbst 2019 wurde das ISEK-Konzept für den Ortskern vorgestellt. Es braucht keine weiteren Gutachten, sondern nun eine Bauleitplanung für Gautings Ortskern:

  • Aufwertung der Bahnhofstrasse, bessere Aufenthaltsqualität, ein attraktiveres Umfeld, das Lust zum „Einkaufen vor Ort“ macht!
  • Eine angemessene Verdichtung im Ortskern vor allem für Wohnungen
  • verbessertes Baurecht, um Investitionen in attraktiven Neubau in Mischnutzung mit Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Wohnungen zu ermöglichen
  • Erhaltung und Entwicklung der Grünzüge durch Gauting
  • Schrittweise Neuordnung der Verkehrssituation gemeinsam mit den Händlern und Anwohnern

KARLS Gebäude

Ein ehrlicher Kassensturz – finanzielle Solidität und Perspektive!

Corona und seine wirtschaftlichen Folgen machen es nicht einfacher. Debatten über „Wunschträume“, aber gleichzeitig „Tabuzonen“ definieren – das geht so nicht.

  • Pflichtaufgaben kann die Gemeinde nicht „wegdelegieren“, zB. für die Kinderbetreuung!
  • Welche freiwilligen Leistungen sind uns lieb und teuer und wollen wir erhalten – Freibad, Bosco…?
  • Was ist zukünftig notwendig und was wünschen wir uns?
  • Welche finanziellen Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden?
  • Finanzielle Reserven mobilisieren aus nicht genutztem Vermögen – Investitionsspielraum schaffen für Zukunftsaufgaben
  • Gautinger Gewerbe stärken und entwickeln
    • langfristig höhere Gewerbesteuereinnahmen, damit Gauting sich „Wünschenswertes“ auch leisten kann!
    • Deshalb: Handwerkerhof und Gautinger Feld schnell realisieren
    • Deshalb: Ecopark an der Grenze zu Gilching in überarbeiteter Form auf den Weg bringen!

Bezahlbarer Wohnraum – die soziale Frage unserer Zeit

Nur wenige können sich Doppelhäuser ab 1,5 Mio € aufwärts leisten. Auch ohne Zuzug gibt es großen Bedarf in Gauting für neuen Wohnraum! Das Interesse an den Wohnungen im KARLs ist sehr groß, gerade auch von Gautingern. Wir wollen nicht, dass Gauting nur noch für Wohlhabende als Wohnort in Frage kommt! Was nützen uns, wenn wir dringend benötigte neue Kindergärten bauen, aber die Betreuungskräfte nicht nach Gauting kommen wollen, weil sie hier keine Wohnung finden?

Deshalb: Alle Chancen nutzen, um unterschiedliche Wohnformen für jeden Geldbeutel zu ermöglichen:

  • Geförderten Geschoßwohnungsbau ausbauen – nicht nur am „Patchway Anger“!
  • Genossenschaftliche Modelle und innovative Konzepte – Beispiel „Baugemeinschaft Stockdorf“ – fördern und unterstützen
  • Generell mehr Wohnungsbau fördern, gerade im Ortskern Verdichtung hierfür ermöglichen!

Der Gemeinderat ist gefordert!

Der Gemeinderat darf sich nicht im „Klein-Klein“ verlieren und immer nur isoliert Einzelthemen nach Tagesaktualität diskutieren. Der „Zukunftsplan“ gehört auf die Agenda.

CSU und Grüne sind bei der geplanten Bebauung des ehem. AOA-Geländes aufeinander zugegangen und zeigen, dass gemeinsame Lösungen möglich sind. Setzt diesen Weg fort!

Ein Signal des Aufbruchs setzen – Bürgerfest im Herbst!

Die Corona-Pandemie lastet auf dem öffentlichen Leben und belastet uns alle. Wenn im Herbst die Menschen geimpft sind und das Leben sich normalisiert, schlagen wir anlässlich der Einweihung des KARLs ein großes Bürgerfest vor:

  • Die Gautinger Einzelhändler freuen sich sehr über die „Einkaufsmagneten“ Edeka und DM am Bahnhof
  • Die neuen Mieter sind froh, dass sie endlich eine neue Wohnung in Gauting gefunden haben
  • Die Gemeinde kann den „Zukunftsplan“ vorstellen!

Eine gute Gelegenheit, den Gautingern zu zeigen, dass unser Ort sich weiterentwickelt für ein modernes und lebenswertes Gauting!

Bauausschuss am Dienstag – geht es am AOA-Gelände weiter?

Quartiersentwicklung
Die Verkehrsführung und Parkplatzsituation ist die wichtigste Sorge der Anlieger

Seit der Gemeinderatswahl im März ruhen die Planungen für bezahlbaren Wohnraum am AOA-Gelände, wird das Planungsmoratorium jetzt aufgehoben? Aufgrund der Anhörung der Planer, Sachverständigen und der Eigentümer am 6.Oktober 2020 im Gemeinderat haben sich auch die Gautinger Grünen dafür ausgesprochen, die bereits weit fortgeschrittene Planung auf Basis des Siegerentwurfes des Münchner Architekturbüros H2R (städtebaulicher Realisierungswettbewerb) fortzusetzen. Dies führte zunächst bei einigen Gruppen zu einem Sturm der Entrüstung, den Grünen wurde vorgeworfen, sich mit CSU und UBG verbündet zu haben. Seitdem ist es ruhig geworden, wie ist der Stand des Projektes?

Der Bauausschuss hat im Rahmen einer nicht-öffentlichen Klausurtagung gemeinsam mit Planern und Eigentümern vor einigen Tagen weitere Detailfragen diskutiert. Kernanliegen der Grünen ist es, die Anzahl der zu bauenden Parkplätze in der Tiefgarage deutlich zu reduzieren. Dadurch entstehende Einsparungen aber zu nutzen, um ein Mobilitätskonzept mit attraktiven Möglichkeiten für Car-/Bikesharing, wohnortnahe Versorgung nicht nur mit Supermarkt sondern auch mit Gemeinschaftsflächen für soziale Angebote, eine weiter verbesserte Kinderbetreuung direkt im Wohngebiet, hohe Aufenthaltsqualität mit begrünten Flächen und klimaschonender Energieversorgung (Fernwärme aus Geothermie) zu realisieren.

Parallel dazu haben mehrere Gemeinderäte der Grünen in zwei Zoom-Konferenzen den Dialog mit den Anwohnern gesucht, um hier Besorgnisse und Anregungen kennenzulernen und aufnehmen zu können für die Detailberatung der Planung. Um es kurz zu machen: die ohnehin etwas skeptischen Anwohner haben insbesondere Sorgen hinsichtlich der Verkehrs-und Parksituation. Das ist natürlich verständlich, viele können sich noch an die Verkehrssituation erinnern als der AOA noch in Betrieb war. Und da wächst die Begeisterung nicht, wenn die Grünen jetzt eine Reduzierung der zu schaffenden Parkflächen vorschlagen verbunden mit der Erwartung, dass die Bewohner zukünftig weniger Autos besitzen, sondern mehr auf Rad usw. umsteigen. Niemand, der dort bereits lebt möchte gerne in einem grünen „Verkehrslabor“ landen, um dann womöglich später festzustellen, dass die gutgemeinten Vorstellungen mit dem Verhalten der Menschen in der Wirklichkeit nicht übereinstimmen.

Deutlich geworden ist aber auch, dass die Gautinger Grünen hier in keiner Weise einen Ansatz der Umerziehung der Menschen mit  „Öko-Ideologie“ verfolgen. Ihr Ziel ist es, ein zeitgemäßes Wohnquartier in Orts- und S-Bahn-Nähe zu realisieren, dass es leichter macht, alternative Verkehrsmittel bequem zu nutzen. Da muss gar nicht jeder mitmachen, aber Bürgern, die dafür offen sind, sollen ermutigt werden. Wir kennen es alle aus den Schulferien – wenn nur 10-20% weniger Autos unterwegs sind, gibt es auf einmal deutlich weniger Stau und Probleme. Ein weiterer wichtiger Aspekt scheint zu sein, dass der normalerweise angewandte Stellplatzschlüssel von 1,0-2,0/Wohnung (abhängig von der Größe) hier ohnehin etwas überdimensioniert ist. Der Verband Wohnen hat signalisiert, dass bereits heute typischerweise im geförderten Wohnungsbau ein geringerer Bedarf in der Praxis besteht. Eindeutig positiv zu bewerten ist es, dass die Grünen hier offenbar keinen dogmatischen Ansatz verfolgen. Es gab das klare Signal, auch die Sorgen der Anwohner aufzunehmen und bei der ganzen weiteren Detailplanung realistisch vorgehen zu wollen, um möglichst für alle Beteiligten akzeptable Lösungen zu finden. Insgesamt sehr erfreulich, wie sachbezogen und ruhig die Diskussion geführt wird.

Erfreulich ist das klare Bekenntnis der Grünen, einen jahrelangen Stillstand am AOA-Gelände oder gar einen Rückfall auf die veraltete und viel nachteiligere Planung nach dem aktuell gültigen Bebauungsplan vermeiden zu wollen. Die Grünen sehen die große  Chance an dieser zentrumsnahen Lage zukunftsweisenden Geschoßwohnungsbau („sozial-ökologische Mustersiedlung“) zu realisieren und Menschen mit geringem Einkommen bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen. Dadurch kann ein wichtiger Beitrag geleistet werden, dass in der Gautinger Bevölkerung eine gute gesellschaftliche Mischung weiter besteht. Auf dieser Basis sollte im Gautinger Gemeinderat doch eine sehr breite Mehrheit  für das Projekt zu erreichen sein?

Am Dienstag steht das Thema auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Es bleibt spannend!

Große Überraschung im Gemeinderat – Bebauung AOA-Areal geht weiter

Überraschende Kehrtwende im Gautinger Gemeinderat zur Bebauung des AOA-Areals! Nachdem vor 2 Wochen alle anwesenden Fachleute und die Bauherren vom Verband Wohnen, Kath. Siedlungswerk und Familie Müller sachlich und klar für das erarbeitete Konzept geworben und dringend vor einem Rückfall auf den alten und noch bestehenden Bebauungsplan gewarnt hatten, fand der ursprüngliche Antrag des MPB (Grüne, SPD, Piraten, FDP und MiFü), der faktisch ein Ende des Projektes bedeutet hätte, am 20.Oktober keine Mehrheit im Gautinger Gemeinderat!

Stattdessen beschloss der Gemeinderat auf Antrag der Grünen mit den Stimmen von Grünen, CSU und UBG (und in einzelnen Punkten der Piraten) einen geänderten Antrag, der das Ziel hat das bereits weit fortgeschrittene Verfahren und Konzept fortzuführen, aber insbesondere im Hinblick auf Mobilitätskonzept, soziale Nutzungen, Ergänzung des geplanten Vollsortimenters um Geschäfte des alltäglichen Bedarfs (Schuster usw.), Berücksichtigung der Folgekosten und Schaffung von Wohnraum auf dem Grundstück der Gemeinde im Erbbaurecht als genossenschaftliches Modell weiterzuentwickeln und zu präzisieren.

Insbesondere die Grünen und die CSU haben die letzten Tage offenbar intensiv genutzt, um über Kompromisse und den Weg zu konstruktiven Lösungen im Sinne einer guten Weiterentwicklung Gautings und für bezahlbaren Wohnraum nachzudenken. Dafür mussten die Grünen Beschimpfungen durch Vertreter der unterlegenen Fraktionen („Bettvorleger der CSU“) hinnehmen.
Respekt für Grüne und CSU! Auch die CSU ist deutlich auf die Grünen und Ihre Anliegen zugegangen. Immerhin bestand Einigkeit bei allen Gemeinderäten, dass eine Fernwärmeversorgung des neuen Quartiers aus der geplanten Geothermieanlage in Unterbrunn erfolgen soll.

Gratulieren kann man auch unserer 1.Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Ihre sehr sachliche und kompromissorientierte Leitung der Diskussion im Gemeinderat und die Einladung der sachkundigen Experten in die Sitzung hat die Basis dafür gelegt, dass zumindest Grüne, CSU und UBG nun auf eine gemeinsame Lösung für den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum und eine gute Ortsentwicklung im Gautinger Westen hinarbeiten. Hoffen wir, dass in den jetzt anstehenden Gesprächen und Prüfungen im Bauausschuss konstruktiv und zügig ein gute Lösung mit breiter Mehrheit gefunden wird und sich auch die anderen Gruppen hier nicht verweigern!

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