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Große Überraschung im Gemeinderat – Bebauung AOA-Areal geht weiter

Überraschende Kehrtwende im Gautinger Gemeinderat zur Bebauung des AOA-Areals! Nachdem vor 2 Wochen alle anwesenden Fachleute und die Bauherren vom Verband Wohnen, Kath. Siedlungswerk und Familie Müller sachlich und klar für das erarbeitete Konzept geworben und dringend vor einem Rückfall auf den alten und noch bestehenden Bebauungsplan gewarnt hatten, fand der ursprüngliche Antrag des MPB (Grüne, SPD, Piraten, FDP und MiFü), der faktisch ein Ende des Projektes bedeutet hätte, am 20.Oktober keine Mehrheit im Gautinger Gemeinderat!

Stattdessen beschloss der Gemeinderat auf Antrag der Grünen mit den Stimmen von Grünen, CSU und UBG (und in einzelnen Punkten der Piraten) einen geänderten Antrag, der das Ziel hat das bereits weit fortgeschrittene Verfahren und Konzept fortzuführen, aber insbesondere im Hinblick auf Mobilitätskonzept, soziale Nutzungen, Ergänzung des geplanten Vollsortimenters um Geschäfte des alltäglichen Bedarfs (Schuster usw.), Berücksichtigung der Folgekosten und Schaffung von Wohnraum auf dem Grundstück der Gemeinde im Erbbaurecht als genossenschaftliches Modell weiterzuentwickeln und zu präzisieren.

Insbesondere die Grünen und die CSU haben die letzten Tage offenbar intensiv genutzt, um über Kompromisse und den Weg zu konstruktiven Lösungen im Sinne einer guten Weiterentwicklung Gautings und für bezahlbaren Wohnraum nachzudenken. Dafür mussten die Grünen Beschimpfungen durch Vertreter der unterlegenen Fraktionen („Bettvorleger der CSU“) hinnehmen.
Respekt für Grüne und CSU! Auch die CSU ist deutlich auf die Grünen und Ihre Anliegen zugegangen. Immerhin bestand Einigkeit bei allen Gemeinderäten, dass eine Fernwärmeversorgung des neuen Quartiers aus der geplanten Geothermieanlage in Unterbrunn erfolgen soll.

Gratulieren kann man auch unserer 1.Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Ihre sehr sachliche und kompromissorientierte Leitung der Diskussion im Gemeinderat und die Einladung der sachkundigen Experten in die Sitzung hat die Basis dafür gelegt, dass zumindest Grüne, CSU und UBG nun auf eine gemeinsame Lösung für den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum und eine gute Ortsentwicklung im Gautinger Westen hinarbeiten. Hoffen wir, dass in den jetzt anstehenden Gesprächen und Prüfungen im Bauausschuss konstruktiv und zügig ein gute Lösung mit breiter Mehrheit gefunden wird und sich auch die anderen Gruppen hier nicht verweigern!

Droht am AOA-Gelände jahrelanger Stillstand?

Sachlich und informativ ging es am Dienstag im Gemeinderat zu, das war ja zuletzt gar nicht mehr selbstverständlich. Einziger Tagesordnungspunkt war die geplante Bebauung des AOA-Areals. Bekanntlich ist in einem mehrjährigen Prozess hier ein umsetzungsreifes Konzept entstanden für ein Ortsquartier im Westen Gauting mit einem hohen Anteil bezahlbarer Wohnungen, der zugehörigen Infrastruktur wie Einkaufsmöglichkeiten, Kindergarten, Café und einem großen öffentlichen Grünflächenanteil. Ein „Mehrparteienbündnis (MPB)“ aus Grünen, SPD, Piraten, FDP und MiFü, das im neugewählten Gemeinderat über eine Mehrheit verfügt, möchte diese Planung grundlegend verändern. 90 Minuten trugen die beteiligten Fachplaner und die Eigentümer und Bauherren vom Verband Wohnen, dem Katholischen Siedlungswerk und der Familie Diehl ihre Überlegungen vor und setzten sich mit den Änderungsvorschlägen des MPB auseinander. Vor gefüllten Zuhörerrängen interessierter Bürger waren diese Vorträge wie die anschließenden Rückfragen und Erläuterungen aus dem Gemeinderat sachlich und informativ, man hörte sich wechselseitig zu!

Ausgangslage: Was gilt eigentlich aktuell?

Es gibt einen aktuellen, rechtskräftigen Bebauungsplan aus 2002, der den Eigentümern Baurecht gibt. Auf dem AOA-Gelände könnte ein sehr großer Baukörper mit über 17.000 qm Geschossfläche entstehen für gewerbliche Nutzung mit etwa 450 Mitarbeitern. Zum südlichen Areal ist zur Abgrenzung mit der Wohnbebauung eine doppelstöckige Abriegelung mit einer oberirdischen Hochgarage vorgesehen. Auf den Grundstücken könnte Wohnbebauung mit 10.400 qm Wohnfläche entstehen. Öffentlich zugängliche Grünflächen sind nicht möglich. Die verkehrlichen Auswirkungen wären gravierend.

Dieses Konzept gilt als städtebaulich verunglückt, niemand war damit glücklich und deshalb haben sich die drei Grundstückseigentümer und die Gemeinde Gauting vor vier Jahren auf den Weg gemacht, ein besseres Konzept zu verwirklichen.

Kritikpunkt 1: kein Supermarkt an der Ammerseestraße, dafür kleine Läden und „stilles Gewerbe“

Das MPB möchte dort gerne kleinteilige Einzelhandelsflächen realisieren und nicht störendes Gewerbe realisieren. Die Wohnnutzung soll auf maximal 30 % der Geschoßfläche begrenzt werden. Zu diesen Überlegungen gab es starke Einwände der Fachleute. Die Einzelhandelsexperten von Popien+Partner, www.popien-partner.de, machten unmissverständlich klar, dass isolierter kleinteiliger Einzelhandel wirtschaftlich keine Perspektive hat und sich hier nicht realisieren lässt. Ein integrierter Vollsortimenter in Gauting-West mache von der Versorgungsstruktur her Sinn und würde zudem den Verkehrsdruck in Richtung Bahnhofstrasse abmildern. Natürlich wäre ein Vollsortimenter in der Tallage oder auf dem Buchendorfer Berg auch sehr gut, dafür gebe es aber in Gauting keine realistische Standortmöglichkeit. Die Zukunft des Edeka-Express am Hauptplatz sei– völlig unabhängig von der Entscheidung zum AOA –  mittelfristig unsicher und für die Entscheidung hier eigentlich nicht relevant. Zwischenfazit: die Ablehnung eines Vollsortimenters am AOA wäre eine gravierende kommunalpolitische Fehlentscheidung. Popien und Partner führen aktuell ergänzend eine Erhebung zum Einkaufsverhalten der Gautinger durch. Klare Empfehlung, keine unwiderrufliche Entscheidung zu treffen, bevor diese Ergebnisse nicht vorliegen.

Und wie schaut es mit stillem Gewerbe für Büros aus? Auch hier waren die anwesenden Wirtschaftsförderer, die Herren Kühnel-Widmann (Gauting) und Winkelkötter (gwt, Landkreis Starnberg) sehr zurückhaltend. Es gäbe vereinzelt Bedarf für solche Flächen, vor allem von Münchner Firmen, die eine Verlagerung ins Umland wollen. In der Regel sei das aber immer in Verbindung mit Produktions-und Logistikflächen zu sehen und nicht als Mietobjekte. In keinem Falle bestehe ein Bedarf in der jetzt vom MPB gewünschten Größenordnung. Die Verkehrsplanerin Frau Picha-Rank vom Büro Obermeyer machte deutlich, dass bei einem solchen Konzept – sofern die Flächen nicht wegen mangelnder Vermietbarkeit leer stehen würden – die verkehrlichen Auswirkungen sehr viel gravierender seien als bei der aktuellen Planung.

Kritikpunkt 2: weniger bezahlbare Wohnungen auf dem südlichen Teil des Areals

Die aktuell geplante Geschoßfläche auf den Flächen für Verband Wohnen und Katholisches Siedlungswerk soll um 25 % von 15.234 auf 11.600 qm reduziert werden. Michael Vossen (Verband Wohnen) und Steffan Geissler (Kath. Siedlungswerk) machten zunächst deutlich, dass sie seit vielen Jahren gute Partner der Gemeinde Gauting sind und als gemeinwohlorientierte Wohnungsbauunternehmen die Gewähr dafür bieten, langfristig günstige Mieten für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen anzubieten. Die Wohnungen werden bevorzugt an Gautinger vermietet, beim Verband Wohnen hat die Gemeinde sogar für 80 % und bei Nachvermietung sogar für alle Wohnungen das Belegungsrecht. So betrage die Durchschnittsmiete für die Wohnungen an der Danziger Straße 6,19 €, obwohl diese bereits seit 2013 aus der Förderung herausgefallen ist und deutlich höhere Mieten damit möglich wären. Auf die Frage aus dem Gemeinderat, ob sie denn auch bauen würden auf Basis des alten Bebauungsplans, machten beide klar, dass sie dies für Gauting für einen enormen Rückschritt halten würden. Der alte Bebauungsplan sei städtebaulich das deutlich schlechtere Konzept und nicht mehr zeitgemäß. Aufgrund der schlechteren Wirtschaftlichkeit müssten die Mieten dann auch um ca. 0,5 – 1 € höher ausfallen.

Kritikpunkt 3: die Wohnungen auf dem Grundstück der Gemeinde Gauting

Hier wünscht das MPB ein völlig anderes Konzept. Das Thema konnte aus Zeitgründen am 6.10. nicht mehr diskutiert werden.

Wie geht es nun weiter?

Herr Blauhöfer als Vertreter der Familie Müller (AOA – Diehl) machte klar, dass die Familie natürlich bereit sei, über weitere Details im Konzept zu sprechen, reagierte z.B. offen auf die Anregung zur Einrichtung von Co-Workings-Spaces oder die Einrichtung von Flächen für moderne Mobilitätslösungen, d.h. Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge und Stellplätze für Lastenfahrräder. Zugleich aber die Aussage, dass man nicht bereit sei eine völlig grundlegende Änderung des Konzeptes mitzugehen, insbesondere wenn dieses am Bedarf vorbei gehe und Leerstand auch nach einer Neubebauung drohe. Sollte der Gemeinderat das Projekt stoppen, werde man in Ruhe prüfen, welche Folgerungen sich daraus ergeben. Es sei auch denkbar, in den nächsten Jahren das bestehende Gebäude in Abschnitten zu vermieten für gewerbliche Nutzungen, die dort als Zwischenlösung hineinpassen.

Der Gemeinderat wird die Diskussion in seiner Sitzung am 20.10. fortsetzen. Vielleicht eine sinnvolle Pause, damit alle die Argumente und Informationen sacken lassen können. Bitter wäre es, wenn – wie so oft in der Gautinger Vergangenheit – am Ende wieder alles auf die lange Bank geschoben wird. Aber vielleicht finden die Gruppierungen im Gemeinderat die Kraft eine gemeinsame Lösung zu finden, die nicht so offensichtlich in eine Sackgasse führen?

Wir wünschen unserer Bürgermeisterin Brigitte Kössinger und dem neuen Gemeinderat viel Erfolg und eine gute Hand!

Am Dienstag tritt der neugewählte Gemeinderat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen – Corona bedingt in der Mehrzweckhalle in Unterbrunn. Corona wird weit über die unmittelbaren Folgen der Pandemie hinaus auch Gauting noch lange beschäftigen – wahrlich keine leichten Aufgaben, denen sich Bürgermeisterin, Gemeinderat und die Gemeinde insgesamt stellen müssen!

Die absehbaren Konsequenzen der starken Rezession für die Gautinger Gemeindefinanzen aufgrund von Corona sind sehr beunruhigend. Sofern die Gemeinden nicht starke Hilfen von Bund oder Land bekommen, wird auch die Gemeinde Gauting insbesondere viele freiwillige Leistungen auf den Prüfstand stellen müssen. Hier wird es darauf ankommen, dass im Gemeinderat unabhängig von der Parteizugehörigkeit ein gutes Miteinander herrscht und gerade bei notwendigen unangenehmen Entscheidungen sich die Gruppen nicht gegenseitig ausspielen. Im vorigen Gemeinderat ist das gut gelungen, ob das wieder möglich sein wird?

ZukunftGauting fordert den neue Gemeinderat auf, gerade jetzt die wichtigen Zukunftsthemen für Gauting anzupacken:

  • Bezahlbarer Wohnraum hat nichts von seiner Wichtigkeit verloren!
    Die Planung für das ehemalige AOA-Gelände ist bereits weit fortgeschritten. Gut ist, dass sich alle Gruppierungen im Grundsatz für die Bebauung des Areals mit bezahlbarem Wohnraum aussprechen. Es gibt aber ganz unterschiedliche Detailvorstellungen, insbesondere wollen einige Gruppen deutlich weniger Wohnraum schaffen als bislang vorgesehen. Weniger Wohnraum bedeutet wiederum höhere Mieten, gerade nach Corona eine zusätzliche Belastung für Menschen mit kleinerem Geldbeutel. Die größte Gefahr: es gibt einen fortdauernden Stillstand beim AOA-Gelände und es kommt zu gar keiner Bebauung, weil sich kein guter Kompromiss zwischen allen Beteiligten finden lässt. Hier sind alle Gruppierungen gefordert, gerade nach Corona ihre bisherigen Positionen zu überdenken!
  • Verbesserung der Grundlagen für unsere Gemeindefinanzen dringender denn je notwendig!
    • Die Einnahmen der Gemeinde aus Einkommens- und Gewerbesteuer werden sich absehbar deutlich verschlechtern, jetzt rächt sich, dass Gauting selbst in guten Jahren keine Rücklagen bilden konnte. Umso wichtiger, dass die nötigen Entscheidungen getroffen werden, um langfristig Gauting strukturell höhere Einnahmen zu sichern!
    • Für den Asto-Ecopark gibt es weiterhin eine klare Mehrheit im Gautinger Gemeinderat. Gut ist, dass bereits vor der Wahl deutliche Signale von verschiedenen Gruppen gekommen sind, bei der Planung Modifikationen vorzunehmen, die insbesondere auf die Gilchinger Einwände eingehen (Stichwort „Unterbrunner Holz“). Auch unser neuer Landrat Stefan Frey unterstützt Gauting bei der Verbesserung seiner Gewerbesteuereinnahmen. Eine Moderation durch den Landrat kann helfen, um alle beteiligten Gemeinden an einen Tisch zu bekommen und eine für alle akzeptable Lösung zu finden.
    • Die Gemeindeverwaltung sollte dabei deutlicher als in der Vergangenheit die Berechnungen für die erforderlichen Investitionen durch die Gemeinde zur Realisierung des Ecoparks und das Potential für strukturelle Mehreinnahmen transparent machen. Dadurch kann den Kritikern in Gauting gezeigt werden, dass man ihre Bedenken ernst nimmt.
  • Ortsentwicklung um das Bahnhofsareal darf nicht stecken bleiben!
    • Die Ortsentwicklung um den Bahnhof sollte auf Basis der Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs weitergeführt werden und die konkrete Umsetzung, ggf. in Teilschritten, auf den Weg gebracht werden.
    • Andere Wünsche und Projekte müssen möglicherweise aufgrund der Finanzsituation zunächst zurückstehen.

Die Arbeit des vorherigen Gemeinderat hat ausgezeichnet, dass dort vieles angepackt wurde, was lange liegengeblieben war und wichtige Themen gelöst oder auf einen guten Weg gebracht wurden. Dies fast immer in sehr sachlichem und konstruktivem Dialog zwischen den einzelnen Gruppen. Viele wichtige Entscheidungen wurden fraktionsübergreifend dann auch mit sehr großen Mehrheiten beschlossen. Viele Gautinger wünschen sich, dass es in diesem Sinne ein „Weiter so!“ auch im neuen Gemeinderat gibt. Man hat in den letzten Wochen gemerkt, dass einzelne Gruppen den Wahlkampf auch nach Abschluss der Wahl fortsetzen möchten und möglicherweise einen sehr viel konfrontativeren Weg in Gauting einschlagen wollen. Der Wahlkampf ist zu Ende, jeder sollte das demokratische Wahlergebnis nun akzeptieren, auch wenn Entscheidungen knapp ausgefallen sind. Konfrontation und persönliche Herabsetzung sollte nicht der neue Stil in Gauting werden!

Kommunalwahl im Zeichen von Corona – was wird nun kommen?

Die Kommunalwahl im Zeichen von Corona ist mit der – sehr knappen – Bestätigung der amtierenden Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger nun zu Ende gegangen. In der aktuellen globalen Krise erscheinen unsere Gautinger kommunalpolitischen Themen naturgemäß viel kleiner und für viele als Luxusprobleme angesichts ungewisser Zukunftsperspektiven überall, auch für viele Menschen in Gauting, die sich als Selbständige oder mittelständische Unternehmer Sorgen um Ihre Firmen und wirtschaftliche Existenz machen oder als Arbeitnehmer um den Bestand ihres Arbeitsplatzes. Gerade deshalb ist es gut, dass wir hier nun wieder Klarheit haben.
 
Die Ergebnisse der Wahl zum Bürgermeister wie Gemeinderat haben sicherlich deutlich gemacht, dass der von Frau Dr. Kössinger und dem Gemeinderat nach der Wahl 2014 eingeschlagene Kurs der Veränderung und des Aufbruchs in Gauting zumindest in Teilen der Wählerschaft auch erhebliche Widerstände erzeugt hat. Nach der Wahl vor sechs Jahren waren viele in Gauting froh, dass wichtige Themen endlich angepackt wurden, die lange liegen geblieben waren. Diese Aufbruchstimmung ist aber nach sechs Jahren vergangen. Die Baustelle mit Lärm und Verkehrsbelastung am ehem. Grundschulareal als besonderes Zeichen für die Weiterentwicklung von Gauting mag auch aktuell bei vielen für Verdruss gesorgt haben. Und vieles ist noch nicht soweit fortgeschritten, dass gute Ergebnisse für jedermann erfahrbar wurden. So entstand in einem Teil der Bevölkerung die Stimmung eines „nicht soviel und nicht alles gleichzeitig“.
 
Bei mancher polarisierenden Diskussion im vergangenen Wahlkampf ist dabei völlig untergegangen, dass der Gemeinderat in der vergangenen Periode viele wesentliche Entscheidungen einstimmig oder doch mit sehr großen Mehrheiten fraktionsübergreifend gefasst hat nach oft langer und gründlicher Diskussion. Dies ist ein Verdienst nicht zuletzt auch der Bürgermeisterin. Es bleibt abzuwarten, ob der von manchen Gruppen proklamierte „Richtungswechsel“ oder das „Mehr an Miteinander“ nun ein Wechsel zu mehr Konfrontation und Streit sein wird. Es wird von allen Beteiligten abhängen, ob nach Ende des Wahlkampfes eine konstruktive und sachorientierte Diskussion in den Vordergrund rückt, wie es die Arbeit des letzten Gemeinderates geprägt hat.
 
Im Moment weiß keiner, welche Themen und Herausforderungen auf Gauting zukommen werden. Die Sorge ist aktuell natürlich groß, dass die Finanzsituation von Gauting sich durch rückläufige Steuereinnahmen weiter verschlechtern wird. Dies ist gewiss keine gute Nachricht im Hinblick auf die vielen freiwilligen Leistungen, die die Gemeinde bis heute noch für die Bürger erbringt. 
 
Wir werden als ZukunftGauting auch zukünftig die Entwicklungen und Vorhaben in und für unsere Gemeinde begleiten. Und wo es nötig ist, werden wir auch klar Position beziehen. Wir werden uns weiterhin für ein „modernes und lebenswertes Gauting“ einsetzen und all diejenigen unterstützen, die sich hierfür mit konkreten Vorhaben einsetzen. Über Ihr Mitwirken und Ihre Anregungen freuen wir uns immer!

ZukunftGauting unterstützt bei der Bürgermeister-Stichwahl am 29.3. die Wiederwahl von Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger

Aufgrund der unterschiedlichen politischen Ziele der beiden verbliebenen Kandidaten für das Amt des 1.Bürgermeisters in Gauting unterstützt ZukunftGauting Dr. Brigitte Kössinger und wirbt für die Wiederwahl der amtierenden Bürgermeisterin. ZukunftGauting setzt sich seit der Gründung des unabhängigen und überparteilichen Vereins für die Weiterentwicklung unseres Ortes im Sinne eines „modernen und lebenswerten Gautings“ ein. Bezahlbarer Wohnraum, Weiterentwicklung des Ortes, Erhalt und Schaffung guter Bedingungen für Gautinger Unternehmen und die Ansiedelung von Unternehmen in den neuen Gewerbegebieten sind entscheidende Aufgaben der nächsten Jahre. Letzteres war schon vor der aktuellen Krise eine zentrale Aufgabe, es wird in der Zukunft im Hinblick auf die Arbeitsplätze und Existenz vieler Bürger in Gauting noch viel entscheidender darauf ankommen.  „Bei aller persönlichen Wertschätzung für Herrn Knape vertritt Frau Dr. Kössinger diese Anliegen klar, kompetent und verlässlich. Deshalb unterstützen wir sie in dieser konkreten Stichwahlsituation“ erklärt der Vorstand von ZukunftGauting e.V.

Scharf verurteilt ZukunftGauting die SPD, die Herrn Knape in einem in den letzten Tagen an alle Haushalte verteilte Flugblatt unterstützt. „Schlimm ist, dass ausgerechnet in diesen Tagen die Gautinger SPD die Bürgermeisterin in extrem unsachlicher Form angreift mit falschen Behauptungen und Verunglimpfungen auch gegenüber Mitarbeitern im Rathaus“ kritisiert der ZukunftGauting- Vorstand. Wenn dieser Stil „das Mehr an Miteinander“ sein soll, ist er der falsche Weg. Diesen „Richtungswechsel“ sollten die Gautinger nicht unterstützen und das auch in der Bürgermeisterwahl klar zum Ausdruck bringen.

Für ein modernes und lebenswertes Gauting – Wahl zum Bürgermeister und Gemeinderat am 15. März!

In Gauting ist seit 2014 vieles in Bewegung gekommen, endlich wurden anstehende Themen entschieden, umgesetzt oder auf den Weg gebracht.

Beim Bürgerentscheid 2018 zur Bebauung des ehem. Grundschulareals hat eine 2/3-Mehrheit der Gautinger Bürger sich bei sehr hoher Wahlbeteiligung für eine Weiterentwicklung im Ortskern und gegen den Stillstand entschieden!

Vieles dauert aber immer noch lange und die Gemeinde Gauting hat weitere wichtige Zukunftsaufgaben vor sich, damit auch die nächsten Generationen eine gute Zukunft in Gauting vorfinden:

  • Bezahlbarer Wohnraum für jedermann!
  • Verbesserte Gewerbesteuereinnahmen um ein lebendiges und lebenswertes Gauting – Kultur, Sport, Vereine, Kinderbetreuung und vieles mehr – für alle Bürger gut finanzieren zu können!
  • Unternehmen und zukunftsfähige Arbeitsplätze müssen in Gauting gehalten werden und sich gut entwickeln können!
  • Energiewende gestalten durch konkrete Projekte wie die Geothermie in Verbindung mit dem Asto Ecopark!
  • Weiterentwicklung der Ortsmitte insbesondere rund um das Bahnhofsareal!

Wir bitten Sie daher:

  • Informieren Sie sich, welche Gruppierungen und Kandidaten Gauting entschlossen voranbringen wollen!
  • Haben Sie gesundes Misstrauen gegenüber allen, die neue Wohltaten und Projekte verkünden ohne sagen zu können, wie sie es seriös finanzieren!

Als überparteiliche Bürgervereinigung, deren Mitglieder zum ganz überwiegenden Teil gar keiner Partei angehören, sich zugleich aber einzelne unserer Mitglieder in unterschiedlichen Gruppierungen engagieren und teilweise auch für den Gemeinderat kandidieren, wollen wir keine Empfehlung für eine bestimmte Gruppierung vornehmen.

Wir wollen es Ihnen aber so leicht wie möglich machen, sich ein eigenes Bild zu verschaffen, hier unser Überblick.

Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Gauting

Die 1. Bürgermeisterin, Dr. Brigitte Kössinger (CSU) bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Sie hat vier männliche Herausforderer: Hans-Wilhelm Knape (Die Grünen, unterstützt durch die SPD), Tarek Luft (Piraten/MfG), Wolfgang Meiler (BiG) und Dr. Jürgen Sklarek (MiFü82131)

Wahl zum Gemeinderat – welche Listen stehen zur Auswahl?

Die Bürger können zwischen 7 Listen und deren Kandidaten auswählen. Einmal die Listen der Parteien CSU, Grüne, FDP, SPD und Piraten. Bei Letzteren ist die Besonderheit, dass sie eine Listenverbindung mit der Gruppe MfG eingegangen sind.

Und als parteiunabhängige Gruppen die Unabhängigen Bürger Gauting (UBG) und die Gruppe MiteinanderFüreinander (MiFÜ82131).

Die im jetzigen Gemeinderat vertretenen ÖDP und BiG treten nicht wieder zur Wahl an.

Die CSU (9 Gemeinderäte aktuell)

  • 30-köpfige Liste (10 Frauen, 20 Männer). Link
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Dr. Brigitte Kössinger, Florian Egginger, Eva-Maria Klinger, Max Platzer, Marion Roßberger, Wolfgang Kestelspitz und Silvia Bauer-Wildt.
  • Das Wahlprogramm „Gauting in guten Händen“ finden Sie hier.

Die Grünen (4 Gemeinderäte)

  • 30-köpfige Liste (je 15 Frauen und Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Hans Wilhelm Knape, Dr. Michaela Reissfelder-Zessin, Anne Franke, Dr. Matthias Ilg, Annette Derksen, Heinrich Moser und Claudia Nothaft
  • Das Wahlprogramm „Weil wir hier leben“ finden sie hier.

Die Unabhängigen Bürger Gauting (UBG) (3 Gemeinderäte)

  • 30-köpfige Liste (16 Frauen, 14 Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Richard Eck, Ariane Eiglsperger, Dr. Andreas Albath, Kirsten Platzer, Markus Proksch, Jasmin Klingan und Martin Raaf
  • Das Wahlprogramm „Unser Gauting – jetzt weiterentwickeln!“ finden Sie hier.

Die FDP (2 Gemeinderäte)

  • 30-köpfige Liste (12 Frauen, 18 Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Markus Deschler, Britta Hundesrügge, Victoria Beyzer, Eva Schroth, Hans-Jürgen Heeb, Dr. Hans-Jürgen Bruer und Gisela Lahm
  • Das Wahlprogramm „Für Gauting – unser Zuhause“ finden Sie hier.

MiteinanderFüreinander(MiFü82131) (2 Gemeinderäte)

  • 10-köpfige Liste (4 Frauen, 6 Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Dr. Jürgen Sklarek, Stefanie Pahl, Ibrahim Grundner, Katharina Sütterlin, Dr. Sybille Kramer, Harald Ruhbaum und Ulrike Hajredrini
  • Das Wahlprogramm finden Sie hier.

MenschenfürGauting(MfG)/ Piraten (1 Gemeinderat)

  • 30-köpfige Liste (11 Frauen, 19 Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Philine Ertsey, Tarek Luft, Tobias McFadden, Stefan Berchthold, Sebastian Fuchsberger, Hannah Runkist und Alexandra Menschik
  • Ein Wahlprogramm hat diese Gruppierung nicht aufgestellt.

SPD (kein Gemeinderat)

  • 15-köpfige Liste (4 Frauen, 11 Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Eberhard Brucker, Dr.Carola Wenzel, Oliver Meyer, Hannelore Krumbholz, Ingo Hugger, Christel Romero-Stempel und Klaus Jürgen Smieskol
  • Das Wahlprogramm „Richtungswechsel“ finden Sie hier.

Und nun sind Sie dran: Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch, damit Bürgermeister und Gemeinderat eine starke Legitimation für Ihre Arbeit bekommen!

 

Beim Ecopark kommt Bewegung rein – Gautinger Grüne verbreiten Fake-News

ASTO EcoparkÜber das Gautinger Vorhaben den Asto Ecopark am Südrand des Gilchinger Gewerbegietes anzusiedeln ist in den letzten Tagen in der Presse intensiv berichtet worden. Dabei geht einiges durcheinander, leider auch deshalb weil die Gautinger Grünen und ihr Bürgermeisterkandidat Hans-Wilhelm Knape eine Falschmeldung über die angebliche Beendigung des Projektes veröffentlicht haben. Tatsächlich ist genau das Gegenteil richtig. Wir fassen zusammen wie der aktuelle Stand ist.

Deutschland mühsam Planungsland – Ecopark-Planung ist trotzdem auf gutem Wege

Im Herbst 2018 hat Gauting die sog. „frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange“ begonnen, Stellungnahmen eingeholt von Nachbargemeinden, der Naturschutzbehörde und anderen staatlichen Institutionen. Zahlreiche Hinweise, Anregungen und Bedenken wurden vorgebracht, mit denen sich die Gemeinde Gauting auseinandersetzen muß und ggf. als Modifikationen in die Planung einfließen lässt. Dieser Prozess ist nicht abgeschlossen und wird auch im Jahr 2020 weitergehen. Der neu zu wählende Kreistag wird über die Herausnahme der Flächen im  Unterbrunner Holz entscheiden vor dem Hintergrund, dass Gauting mit dem Faktor 1,3 (ursprünglich war Faktor 1,1 vorgesehen) wegfallende Fichtenbestände durch gesunden Mischwald ersetzen und den Bannwald damit vergrößern will. Soweit ganz normales Planungsprozedere und leider – deutsche Realität in unserer durchregulierten Gesellschaft – keine schnelle Angelegenheit.

Gilching blockiert und belastet das gute nachbarschaftliche Verhältnis

Der Gilchinger Bürgermeister Walter – stark unter Druck gesetzt durch die Gilchinger „ProBannwald“-Initiative – lässt aber leider jede vernünftige Gesprächsbereitschaft im Vorfeld der Kommunalwahl vermissen. Kategorisch lehnte er – zuletzt im Januar bei einer Diskussion der Landratskandidaten im Gilchinger Rathaus – unter Verweis auf die zahlreichen neuen Gilchinger Gewerbegebiete ein solches auf Gautinger Flur ab mit Hinweis auf die Erholungsfunktion des Gautinger Waldes im Unterbrunner Holz für die Gilchinger Bevölkerung. Aus Gautinger Perspektive ein starkes Stück an Rücksichtslosigkeit gegenüber der Nachbargemeinde, nachdem Gilching sein Gewerbesteueraufkommen massiv erhöht hat.

CSU-Landratskandidat Stefan Frey will vermittelnde Lösung

Bei der Diskussionsveranstaltung im Gilchinger Rathaus mit den Landratskandidaten am 22.Januar erläuterte Stefan Frey, dass er – im Falle seiner Wahl zum Landrat – seine Rolle darin sieht, eine Vermittlung zwischen den Gemeinden vorzunehmen, um einen Kompromiss zu erreichen und womöglich langwierige rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Die Aussagen von Herrn Frey können hier  im O-Ton (Dauer 2:55 min) angeschaut werden. Es kann keine Rede davon sein, dass er Gauting in den Rücken gefallen ist. Genauso wenig wie die Landratskandidaten von Freien Wählern und FDP, die ebenfalls einen Ausgleich zwischen Gauting und Gilching anmahnten. Damit hat Herr Frey sich völlig anders positioniert als die Landratskandidatin der Grünen, Martina Neubauer, die kategorisch jeden Kompromiß abgelehnt hat und Gauting das Gewerbegebiet am Südrand zu Gilching verwehren will.

Die Gautinger Haltung

Alle relevanten kommunalpolitischen Gruppen in Gauting stehen hinter dem Asto Ecopark, der mit großer fraktionsübergreifender Mehrheit im Gemeinderat auf den Weg gebracht worden ist. Ausnahme sind die Gautinger Grünen, die das Gewerbegebiet im Hinblick auf den Eingriff in das Unterbrunner Holz grundsätzlich ablehnen.

Die Gautinger Bürgermeisterin Dr.Brigitte Kössinger hat – entgegen allen anderen Behauptungen – bereits frühzeitig das Gespräch mit der Nachbargemeinde gesucht, mit dem Bürgermeister-Kollegen gesprochen und im Gilchinger Gemeinderat vorgestellt. Gauting war immer schon zu einer guten Abstimmung mit Gilching bereit.

Aus den Reihen der UBG (Unabhängige Bürger Gauting) und der FDP, die beide den Asto Ecopark klar befürworten, gab es nun auch aktuell die Anregung, Modifikationen des Planungskonzeptes zu prüfen, um die Widerstände in Gilching nach der Wahl zu reduzieren und im Kreistag eine Zustimmung zu dem Projekt zu bekommen.

Bürgermeisterin Brigitte Kössinger hat ihre Bereitschaft zur Verständigung mit Gilching daraufhin wiederholt unter der Voraussetzung, dass Gilching die Totalopposition zu dem Gautinger Vorhaben aufgibt und konstruktiv an den zu lösenden Fragen mitwirkt. Dann wäre es beispielsweise möglich, den Eingriff ins Unterbrunner Holz zu reduzieren und das Gewerbegebiet etwas weiter nach Osten näher an die von Unterbrunn kommende Umgehungsstraße zu rücken.

ZukunftGauting eV. hält die Realisierung des Asto Ecoparks für ein zentrales Schlüsselprojekt für die langfristige Entwicklung von Gauting. Nicht nur wegen der Finanzsituation der Gemeinde sondern auch im Hinblick auf die Realisierung der Geothermie im unmittelbaren Anschluss an den Ecopark, mit dem 30.000to CO2 eingespart werden können und ein echter Beitrag zur Energiewende im Landkreis Starnberg geleistet werden kann. Aber es geht in der Politik nicht um Rechthaberei, sondern um konkrete Ergebnisse. Und insofern ist es vernünftig, dass Gauting hier überlegt, wie es seine Ziele am besten erreichen kann. Immerhin hat der Gilchinger Bürgermeister laut Starnberger Merkur ganz aktuell seine Gesprächsbereitschaft erklärt, vielleicht ein erster kleiner Schritt.

Die Reaktion der Gautinger Grünen

Ja, es ist Wahlkampf. Aber es ist schon erstaunlich, dass die Gautinger Grünen in einer offiziellen „Pressemitteilung“ letzte Woche das angebliche „Aus“ für den Ecopark und den Rückzug aus dem Projekt bejubeln (Bürgermeisterkandidat Hans-Wilhelm Knape „Das Scheitern war vom ersten Tag an vorprogrammiert.“). Gegenüber dem Starnberger Merkur hat er auf Rückfrage die falsche Tatsachenmeldung inzwischen eingeräumt. Herr Knape ist ein respektabler und ernsthafter Mann, der so ein Verhalten gerade als Bewerber für das Bürgermeisteramt gar nicht nötig hat.

Es bleibt zu hoffen, dass nach der Wahl Sachlichkeit in die Diskussion zurückkehrt. Gerade bei einer möglichen Modifikation des Projektes (auch im Sinne der Grünen bei einer Reduzierung des Eingriffs in das Unterbrunner Holz)  ohne die Gautinger Ziele aufzugeben, sollten die Grünen sich konstruktiv verhalten. Im Interesse von Gauting und seinen Bürgern. Denn auch die Grünen wissen, wie schlecht die Gautinger Finanzlage ist.

Gauting 2030 – spannende Diskussion im vollbesetzten Bosco

Gauting 2030Da hatten wir die passende Idee – im bis in den Vorraum überfüllten Bosco konnten die ZukunftGauting-Vorstände Dr. Andreas Albath und Tammo Körner als Moderatoren mit Gautings Erster Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (CSU), ihrem Stellvertreter Dr. Jürgen Sklarek (MiFü e.V.) und dem Gemeinderat Hans-Wilhelm Knape (Soziale Ökologen; BM-Kandidat der Grünen) eine spannende Diskussion zu den Zukunftsfragen für Gauting im neuen Jahrzehnt führen. Sachlich ging es zu, sehr viel Übereinstimmungen in den grundlegenden Fragen, aber durchaus auch wichtige Unterschiede hinsichtlich der Prioritäten für Gauting wurden erkennbar.

Einigkeit: Gauting hat eine gute Zukunft vor sich!

Hans-Wilhelm Knape formulierte zum Einstieg humorvoll „Wir werden 2030 noch genauso viele Probleme haben wie heute, nur nicht mehr dieselben“. In den Grundlinien der Entwicklung von Gauting gab es große Übereinstimmung der Podiumsteilnehmer. Alle erwarten ein moderates Bevölkerungswachstum in einer Größenordnung von 2-3.000 Menschen wie in den vergangenen Jahrzehnten. Die Sorge mancher Bürger vor einem explosionsartigen Anstieg der Bevölkerungszahlen wurde schon deshalb nicht geteilt, weil niemand eine große Flächenausdehnung mit Neubaugebieten kommen sieht.

Bezahlbares Wohnen eine zentrale Zukunftsaufgabe

Brigitte Kössinger stellte nüchtern fest, dass das klassische Einfamilienhaus für die junge Familie im Großraum München nicht mehr die Wohnform der Zukunft sein wird angesichts der hohen Grundstückspreise. Engeres Bauen sei unausweichlich, Offenheit für unterschiedliche Gestaltungsformen vom Wohnungsbau in der einkommensorientierten Förderung, Genossenschaftslösungen, Einheimischenmodell und anderes das Gebot der Zukunft. Hans-Wilhelm Knape betonte seine Symphatie für genossenschaftliche Wohnformen, die nicht nur wirtschaftlich seien sondern von vielen Menschen auch als zeitgemäße Antwort empfunden würden. Jürgen Sklarek betonte auch die Wichtigkeit von Mitarbeiterwohnungen durch die Firmen, zB. ergebe sich möglicherweise im Bereich der Asklepioskliniken 120 Wohnungen zu bauen. Brigitte Kössinger wies daraufhin, dass dies eine eher langfristige Möglichkeit sei, aktuell gehe es darum, die Planung im Bereich ehemaliges AOA-Gelände zu finalisieren. Natürlich müsse dabei die Infrastruktur im Hinblick auf Nahversorgung, Kinderbetreuung, möglichst viel Verkehr ohne Auto mitbedacht werden, was beim AOA-Gelände aufgrund der Zentrums- und S-Bahn-Nähe besonders gut gelingen werde.

Wirtschaft und Umwelt – hier wurde es kontrovers

Zunächst: Alle haben den klaren Willen, energische Schritte zur Gestaltung der Energiewende und der Herausforderungen durch den Klimawandel anzugehen und im Rahmen der Möglichkeit der Gautinger Politik beizutragen. Im Hinblick auf Windräder in Gauting herrschte aber eher Zurückhaltung. Hans-Wilhelm Knape würde sich freuen, wenn bei den beiden Vorrangflächen eine Umsetzung wirklich möglich würde,  Jürgen Sklarek mahnte sorgfältige Betrachtung der Effizienz und eine Kosten-Nutzen-Analyse an und Brigitte Kössinger betonte, dass sie sich nicht auf bestimmte Formen erneuerbarer Energien festlegen wolle, alle Möglichkeiten müssten ernsthaft geprüft werden.

Kontrovers wurde es bei der Entwicklung der Gautinger Wirtschaft und der Frage neuer Gewerbegebiete. Hans-Wilhelm Knape formulierte deutlichen Bedenken gegen den Asto Ecopark bei Gilching. Er plädierte für mehr interkommunale Zusammenarbeit, Fokus auf die bereits bestehenden Gautinger Unternehmen, statt neue anzusiedeln und Erhaltung der bestehenden Gewerbeflächen im Ort. Hier stieß er auf energischen Widerspruch von Brigitte Kössinger: „Wenn Gilching bereit wäre, von seinen sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen mit Gauting fair zu teilen, um das betroffene Waldstück am Unterbrunner Holz für die Gilchinger zu erhalten, wäre ich sofort dabei. Aber da gibt es keinerlei Bereitschaft.“In dem Punkt stimmte ihr Jürgen Sklarek uneingeschränkt zu. „Die Gilchinger Einwände sind nicht stichhaltig, Gauting ist dringend auf die Verbesserung seiner Finanzen angewiesen, wir können ja schließlich nicht die Bank ausrauben!“ formulierte er plastisch. Moderator Andreas Albath versuchte CSU und Grüne zur Suche nach einem Konsens zu motivieren mit Hinweis darauf, dass die im Zusammenhang mit dem Ecopark geplante Geothermie zu einer bedeutenden CO2-Einsparung von 30.000 to jährlich führen könnte: „Ist es nicht angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel wert, sich hier zu einigen?“.

Gauting 2030

Wir müssen über Geld reden – Gautings Finanzen werden ein Sorgenthema bleiben

Hans-Wilhelm Knape bezweifelte, dass die Schaffung von Gewerbegebieten Gautings Finanzmisere lösen könne, da eine Steigerung der Gewerbesteuereinnahmen ja nur langfristig erfolgen würde. Brigitte Kössinger widersprach mit dem Hinweis, dass „Politik, die nicht in die Zukunft schaut, keine gute Politik ist“. Sie verwies darauf, dass jetzt zB. bei der Realisierung des Handwerkerhofes die Gemeinde durch die Veräußerung der Grundstücke bereits Einnahmen erzielen werde. Etwas nebulös wurde es bei der Frage nach möglichen Kosteneinsparungen der Gemeinde. Jürgen Sklarek will Geld durch weniger Ausgaben für Gutachten einsparen, wollte aber nicht beziffern, was das für einen Effekt haben könnte und nannte lediglich ein Beispiel aus der Zeit von vor 2014. Hans-Wilhelm Knape will die Personalkosten senken, aber nicht durch Entlassungen sondern über Instrumente wie natürliche Fluktuation und ähnliches. Brigitte Kössinger wies daraufhin, dass Stellen nur mit Zustimmung des Gemeinderates geschaffen werden und im Gegenteil die Gemeinde das Problem habe, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu ersetzen, wenn diese sich beruflich auf andere Positionen weiterentwickeln.

Mobilität in Gauting – der „Elefant“ im Raum

Das ständige Aufregerthema in Gauting, wenn der Verkehr sich mal wieder auf der Bahnhofstrasse oder an der Würmbrücke staut. Hans-Wilhelm Knape wählte plastisch das Bild vom „Elefanten“, der in Gauting stehe. Die Verkehrsthemen können nur „scheibchenweise“ angegangen werden und lägen ja zum Teil auch gar nicht in Gautinger Hand (S-Bahn-Verkehr). Hier gab es viel Übereinstimmung und auch der gemeinsame Appell, dass ohne Verhaltensänderung der Bürger wenig passieren werde. Brigitte Kössinger wies auf die Haltung vieler Menschen hin nach dem Motto „Mitmachen müssen alle bei der Verkehrsreduzierung, damit ich leichter mit dem Auto durch Gauting komme“. Soweit die Einigkeit im Grundsätzlichen reicht, wird es im Detail dann doch kontrovers. Während Jürgen Sklarek sich vehement gegen den geplanten Supermarkt am AOA u.a. mit Verweis auf den zukünftigen Edeka-Markt am ehemaligen Grundschulareal ausspricht, und stattdessen lieber eine Filiale des Starnberger Fischgeschäftes Dechant nach Gauting holen möchte, plädierte Brigitte Kössinger klar für „quartiersnahes Einkaufen“, das den Bürgern eben erleichtere, Dinge des täglichen Bedarfs zu Fuß oder per Rad und ohne Autofahrt über die Bahnhofstrasse zu erledigen.

Ortsentwicklung – die Schwerpunkte sind klar

Nur noch kurz konnte über städtebauliche Entwicklungsthemen gesprochen werden. Top-Priorität hat für alle drei für das kommende Jahrzehnt 1. Die Neugestaltung des Bahnhofareals und der Bahnhofstrasse 2. Das Areal um den Hauptplatz einschließlich Wunderlhof und 3. die Entwicklung von Harms-/Baierplatz in Stockdorf.

Fazit – ein lohnender Nachmittag

Es hat sich gelohnt. Ein bis zum Schluss voller Saal, großes Interesse der Gautinger Bürger. Interessante Aussagen, viel Übereinstimmung, aber auch sachliche Unterschiede. Respektvoller und guter Umgang miteinander, keine schlechte Perspektive für die notwendige Zusammenarbeit in der Zukunft. An die 100 Fragen, von denen ein großer Teil thematisch angesprochen wurde. Aber natürlich nicht im Detail und auch keine konkreten Einzelfragen. Alle Teilnehmer freuen sich über ein direktes Gespräch mit interessierten Bürgern im Rahmen vieler Infoveranstaltungen in den kommenden Wochen. ZukunftGauting-Vorsitzender Andreas Albath weist zum Abschluss daraufhin, dass es weitere Bürgermeisterkandidaten und Gruppen gibt, die für den Gemeinderat kandidieren und gerne sich den Fragen der Bürger stellen. Er warb bei SZ oder Merkur dafür angesichts des großen Interesses im Februar noch eine Veranstaltung zu organisieren mit den dann final feststehenden Bürgermeisterkandidaten. Zum Ende der Appell „das wichtigste Recht des Bürgers in der Demokratie ist sein Wahlrecht – machen Sie davon Gebrauch!“.

Hier zu den Berichten der SZ und des Starnberger Merkurs.

GAUTING 2030 – Wir laden ein zur Podiumsdiskussion!

Zu Beginn eines neuen Jahrzehntes diskutieren wir über die Chancen und Herausforderungen für Gauting in den kommenden Jahren.

  • Wie viele Menschen werden in Gauting 2030 leben?
  • Welche Aufgaben stellen sich in der Ortsentwicklung?
  • Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten beim Verkehr, einen fairen Ausgleich für unterschiedliche Wünsche der Bürger für ihre Mobilität?
  • Wird Gauting immer mehr zum Ort für Wohlhabende, wie schaffen wir mehr bezahlbaren Wohnraum für jedermann?
  • Wie erhalten und schaffen wir gute Bedingungen für Gautinger Unternehmen?
  • Wie kann man Gewerbeentwicklung und Klimaschutz verbinden?
  • Lebendiges Gauting mit einer aktiven Bürgerschaft und vielfältigem Angebot – wie kann und soll die Gemeinde dies unterstützen?
  • Wie kann die Gemeinde ihre finanziellen Sorgen überwinden und die vielfältigen Aufgaben und Wünsche der Bürger nach freiwilligen Leistungen solide finanzieren?

Wir diskutieren die Zukunftsfragen für Gauting mit den Teilnehmern auf dem Podium und unter Einbeziehung der Fragen aus dem Publikum.

Fragen interessierter Bürger an die Podiumsteilnehmer können auch im Vorfeld der Veranstaltung an mail@zukunft-gauting.de  gerichtet werden.

Der Eintritt ist frei.

„Gesamtverkehrskonzept“ – ein großes Missverständnis

Seit Jahren wird in Gauting an einem Gesamtkonzept für den Verkehr gearbeitet, nachdem die Gemeinde vor dem Verwaltungsgericht empfindliche Niederlagen bei der Einführung von Tempo 30-Regelungen für die Unterbrunner- und die Römerstraße hinnehmen musste. Der Fachplaner Dr. Kaulen aus Aachen erhielt einen Beratungsauftrag, im Juni 2018 wurde im Bosco zunächst ein „Zwischenstand“ und nun am letzten Donnerstag im zuständigen Verkehrsausschuss des Gemeinderates in öffentlicher Sitzung und unter großer Teilnahme interessierter Bürger der Abschlussbericht präsentiert. Wer erwartet hatte, dass der Berater  knapp eineinhalb Jahre nach der öffentlichen Vorstellung des Zwischenstandes ein Konzept mit innovativen oder gar grundlegenden Ideen zur nachhaltigen Verbesserung der Gautinger Verkehrssituation präsentieren würde, sah sich enttäuscht.

Etwas überspitzt formuliert – „Tempo 30“ scheint die Standardantwort des Beraters auf alle Verkehrsfragen zu sein. Frustriert mussten etliche Gemeinderäte zur Kenntnis nehmen, dass Dr.Kaulen aber selbst in Sachen „Tempo 30“ auf viele wichtige Fragen („Wie haben sich die Unfallzahlen entwickelt ?“ „Was ergaben die Geschwindigkeitsmessungen ?“ „Wie lautet die Stellungnahme der Polizei ?“) keine Antwort geben konnte oder auf die Frage „Sind für Ihren Vorschlag nicht gravierende Maßnahmen mit erheblichen Kosten erforderlich ?“ lapidar reagierte „Machen Sie sich keine Sorgen, da kann man ganz vieles machen, auch günstiges, ist dann halt hässlich“. Wenn ein Berater bei einem Wirtschaftsunternehmen so schlecht vorbereitet zur Präsentation vor dem Entscheidungsgremium erschiene, würde die Geschäftsführung sich das niemals gefallen lassen….

Die engagierte Diskussion im Ausschuss blieb gleichwohl erfreulich sachlich. Klassische parteipolitische Profilierungen blieben die Ausnahme (Maximilian Platzer von der CSU plädierte für Beibehaltung von Tempo 100 von Gauting nach Stockdorf bzw. nach Buchendorf, jeweils ab dem Ortsausgangsschild und Anne Franke von den Grünen wollte die auch gewerblich geprägte Grubmühlerfeldstraße zur Fahrradstraße machen). Aber die Gemeinderäte beschäftigten sich vor allem mit den Tempo 30 Fragen. Was sind die wichtigsten Ergebnisse:

  • Die bereits geltenden zahlreichen Tempo 30 Zonen werden – auch in Buchendorf, Unter- und Oberbrunn – ausgeweitet bis auf die Durchgangsstraßen
  • Nach kontroverser Diskussion wurde – auch auf Wunsch vieler Anlieger – mehrheitlich entschieden auch die Römerstraße , Verbindungstrasse nach Gilching  und die Buchendorferstraße bis zum Ortsausgangsschild in die angrenzenden Tempo 30-Zonen einzubeziehen.
  • Das für die Bahnhofstrasse zuständige Staatliche Bauamt hat einem Radschutzstreifen bergaufwärts zugestimmt.
  • Die nach einhelliger Auffassung gut bewährte Regelung vom Pippinplatz bis zum Ortsausgang in der Germeringer-Strasse mit Tempo 30 von 7-17 Uhr zum Schutz der Kinder in Kindergarten und Schulen sei dagegen rechtlich nicht zulässig sondern nur im ersten Teilstück ab Pippinplatz und vor den Schulen bis zur Waldpromenade. In dem etwa 300 m langen Zwischenteil soll nunmehr „Freiwillig Tempo 30“-Schilder aufgestellt werden. Kein Wunsch der Gemeinderäte, aber es traut sich wohl auch niemand, gegen eine solch enge Auffassung vorzugehen, die einem wie eine Idee aus Schilda vorkommt.

Zum besseren Verständnis muss man wissen, dass sog. „lineares Tempo 30“ wie an der Germeringerstraße  nur im Umfeld von besonders schützenswerten Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Seniorenheimen zulässig ist. Der „Normalfall“ der StVO ist die Tempo 50- Regelung, von der nicht freihändig abgewichen werden kann.

Tempo 30 Zonen sind hingegen grundsätzlich nur bei untergeordneten Straßen ohne Durchgangsfunktion zulässig und erfordern – jedenfalls bei neu einbezogenen Straßen ohne Bestandsschutz – bauliche Einschränkungen auf der Straße, um ihren geänderten Charakter deutlich zu machen. Insbesondere auch an der Buchendorferstrasse eine herausfordernde Aufgabe. Busverkehr, Winterdienst, Verkehr zu Stoßzeiten, Vermeidung Rückstau auf die Münchner Straße sind einige Stichpunkte, die zu bewältigen sein werden.

Hoffen wir im Interesse des Gautinger Steuerzahlers, dass die Empfehlungen des Beraters hieb- und stichfest sind. Und dem Gemeinderat kann man nur raten, bis zu den konkreten Umsetzungsentscheidungen für die einzelnen Maßnahmen genau hinzuschauen und nachzuhaken.

Der große Wurf ? Er bleibt zunächst aus, er ist vielleicht auch gar nicht zu erreichen. Aber ein wenig mehr Inspiration und Impulse hätte man sich in so einem langen Prozess und gerade von einem renommierten Planer dann doch erwarten dürfen.

Weitere Details auch in den Berichten von SZ https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/gautinger-verkehrskonzept-runter-vom-gas-1.4713305 und Merkur https://www.merkur.de/lokales/starnberg/gauting-ort69895/gesamtverkehrskonzept-passiert-umwelt-energie-und-verkehrsausschuss-in-gauting-13279614.html

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