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Bürgeroffensive für einen starken Ort

Aktuelles

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Eine Konsenslösung für den Ecopark – gute Nachrichten für Gautings Zukunft!

Areal für den zukünftigen Ecopark angrenzend an das Flughafengelände
Areal für den zukünftigen Ecopark angrenzend an das Flughafengelände

Viele waren in Gauting vor einigen Tagen erschrocken über Meldungen „Gauting gibt Pläne für Ecopark auf“. Dabei ist das Gegenteil richtig: es gibt eine Konsenslösung für das dringend benötigte neue Gewerbegebiet am Südrand zu Gilching, um Gautings Finanzsituation langfristig auf gesunde Füße zu stellen!

Gauting will den Ecopark – in Abstimmung mit den Nachbargemeinden Gilching und Weßling – wenige Hundert Meter nach Westen verlagern und entlang der Ostgrenze des Flughafens Oberpfaffenhofen entwickeln. Diese kleine Veränderung der Planungsüberlegungen hat gleichwohl große Auswirkungen. Gilchings Bürgermeister Manfred Walter hat den bisherigen massiven Widerstand gegen Gautings Pläne aufgegeben, da das wichtigste Anliegen von Gilching – keine wesentliche Beeinträchtigung des überwiegend von Gilchinger Bürgern genutzten Areals rund um den Melchior-Fanger-Weg am Unterbrunner Holz – erfüllt werden kann.

Skizze der Lage des neuen Gewerbegebietes
Skizze der Lage des neuen Gewerbegebietes

Das in seiner Dimension etwas kleinere Gewerbegebiet (12-15 ha statt 21 ha) wird sich auf der Zeitachse auch deutlich schneller realisieren lassen, da das Gebiet außerhalb des Landschaftsschutzgebietes liegt. Eine Zustimmung des Kreistages ist damit nicht mehr erforderlich. Eine Beeinträchtigung des Wasserschutzgebietes ist hier zudem auch nicht zu besorgen.

Verlängerung der Dornierstrasse vom Gilchinger Gewerbegebiet zum Flughafen Oberpfaffenhofen
Verlängerung der Dornierstrasse vom Gilchinger Gewerbegebiet zum Flughafen Oberpfaffenhofen

Da im Zusammenhang mit dem Bau des Gewerbegebietes Gilching-Süd eine Erschließungsstrasse 2019 fertiggestellt wurde, ist auch diese wichtige Voraussetzung bereits gegeben. Insofern kann man hoffen, dass die notwendigen Planungsentscheidungen nun zügig auf den Weg gebracht werden können.

Wie kam es zu dieser überraschenden Wende?

Seit der Kommunalwahl überlagerte die Corona-Pandemie alle anderen Themen. Aber im Stillen hat Bürgermeisterin Brigitte Kössinger mit ihren Bürgermeister-Kollegen aus Gilching und Weßling das Gespräch gesucht und diesen Weg gemeinsam entwickelt. Wichtig war hierbei die Unterstützung des neuen Landrates Stefan Frey, der moderierend einen guten Ausgleich unterstützt hat. gwt-Geschäftsführer Christoph Winkelkötter war ebenfalls einbezogen, der – unabhängig von dem Gautinger Interesse an einer strukturellen Verbesserung seiner Gewerbesteuereinnahmen – unterstreicht, wie groß der Bedarf an geeigneten Gewerbeflächen gerade von Firmen aus dem Technologiebereich ist. Gauting hat bekanntlich von Anfang das Ziel verfolgt, an dieser Stelle vor allem technologieorientierte Firmen aus dem Großraum München eine Perspektive zu bieten. Aufgrund der guten verkehrlichen Erschließung über die A 96 und den im weiteren Ausbau befindlichen ÖPNV aufgrund der Synergieeffekte mit dem Flughafen und den Gilchinger Gewerbegebieten sollen hier zwar hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, aber nur in geringem Umfang Zuzug nach Gauting die Folge sein.

Möglich wurde dieser Weg durch den Eigentümerwechsel am Flughafen. Während der frühere Eigentümer EADS kein Interesse an der Entwicklung von Gewerbeflächen angrenzend zu seinem Gelände hatte, hat sich diese Haltung seit der Übernahme durch den neuen Eigentümer Bewo grundlegend verändert. Die Bewo unterstützt und begrüßt die Gautinger Pläne nun.

Wie sind die Reaktionen?

Die massivsten Kritiker der bisherigen Planung, das Gilchinger Bündnis „Pro Bannwald“ und der Bund Naturschutz, haben die veränderten Planungsüberlegungen bereits begrüßt und ihren grundsätzlichen Widerstand gegen die Gautinger Pläne aufgegeben. Hoffen wir, dass es dabei bleibt und nicht wieder neu nachgekartet wird. In Gauting hatten die Pläne für den Ecopark immer schon sehr breite Unterstützung im Gemeinderat und der Bevölkerung. Allerdings waren die Gautinger Grünen als zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat bislang gegen den Ecopark. Aber auch sie haben jetzt ihren Widerstand aufgegeben und die neuen Überlegungen der Gautinger Bürgermeisterin begrüßt. ZukunftGauting freut es, dass nach der Kurskorrektur der Grünen in ihrer Haltung zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum beim AOA-Areal nun auch bei diesem Konfliktthema eine konstruktive gemeinsame Lösung für ein wichtiges Gautinger Vorhaben gefunden werden kann.

Es bleibt zu hoffen, dass die maßgeblich von Brigitte Kössinger seit ihrer Wahl zur 1.Bürgermeisterin voran getriebenen Pläne insgesamt drei neue Gewerbegebiete zu realisieren nun auf einen gutem Weg der zügigen Planung und Realisierung kommen. Während die Erschließungsmaßnahmen für den Handwerkerhof am Penny-Kreisel inzwischen begonnen haben, müssen bezüglich des Gautinger Feldes im Anschluss an das Asklepios-Areal noch letzte Planungsvoraussetzungen abgeschlossen werden. Diese beiden Gewerbegebiete sichern aber bekanntlich nur den langfristigen Bestand heutiger Gewerbebetriebe auf Gautinger Gemeindegebiet. Deshalb ist der Ecopark so wichtig – nur mit seiner Realisierung kann Gauting deutlich höhere Gewerbesteuereinnahmen erreichen und finanziell gesunden.

Handwerkerhof – Erschließungsarbeiten haben begonnen
Handwerkerhof – Erschließungsarbeiten haben begonnen

Gauting braucht einen Zukunfts-Plan!

Krapf Villa

Die Gautinger werden aktuell überflutet von Stellungnahmen, Flyern, Facebook-Posts und Leserbriefen zur „Krapfberg-Villa“. Verbunden mit massiven Vorwürfen Richtung Rathaus und Bürgermeisterin. Damit soll der Eindruck erweckt werden, als ob der Fortbestand dieses Gebäudes – von der Gemeinde vor 50 Jahren erworben, in dessen Erhalt oder Sanierung aber nie ein Cent investiert wurde – eine zentrale Herausforderung für Gauting wäre. Dies ist nicht der Fall!

Es ist immer dasselbe Muster: einige wollen in Gauting alles am liebsten konservieren und wehren sich gegen jede Weiterentwicklung unseres Ortes. Das Gegenteil ist notwendig!

Wir fordern Bürgermeisterin und Gemeinderat auf, einen Zukunftsplan für Gauting zu entwickeln! Folgende Eckpunkte müssen darin enthalten sein:

Gestaltung des Bahnhofs und seines Umfeldes

Im Herbst 2019 wurde der Siegerentwurf des Wettbewerbs für die Gestaltung des Bahnhofumfeldes mit großer Zustimmung in der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Herbst 2021 ist der Neubau am ehem. Grundschulareal abgeschlossen und das KARLs-Quartier wird mit Leben erfüllt.

Wann und wie geht es weiter mit der Umgestaltung der P+R-Fläche, des Bahnhofsvorplatzes und des Bahnhofgebäudes? Die Planungen sollten konkretisiert werden!

Die Entwicklung des Gautinger Ortskerns

Wie soll die Bahnhofstrasse auf der gegenüberliegenden Seite des KARLs langfristig ausschauen ? Besteht hier die Chance – Stichwort Verkauf Hotel Simon – mit den heutigen oder zukünftig neuen Eigentümern diesen wichtigen Teil des Gautinger Zentrums neu zu gestalten?

Der Siegerentwurf zum Bahnhofsumfeld hat konkrete Vorschläge entwickelt. Im Herbst 2019 wurde das ISEK-Konzept für den Ortskern vorgestellt. Es braucht keine weiteren Gutachten, sondern nun eine Bauleitplanung für Gautings Ortskern:

  • Aufwertung der Bahnhofstrasse, bessere Aufenthaltsqualität, ein attraktiveres Umfeld, das Lust zum „Einkaufen vor Ort“ macht!
  • Eine angemessene Verdichtung im Ortskern vor allem für Wohnungen
  • verbessertes Baurecht, um Investitionen in attraktiven Neubau in Mischnutzung mit Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Wohnungen zu ermöglichen
  • Erhaltung und Entwicklung der Grünzüge durch Gauting
  • Schrittweise Neuordnung der Verkehrssituation gemeinsam mit den Händlern und Anwohnern

KARLS Gebäude

Ein ehrlicher Kassensturz – finanzielle Solidität und Perspektive!

Corona und seine wirtschaftlichen Folgen machen es nicht einfacher. Debatten über „Wunschträume“, aber gleichzeitig „Tabuzonen“ definieren – das geht so nicht.

  • Pflichtaufgaben kann die Gemeinde nicht „wegdelegieren“, zB. für die Kinderbetreuung!
  • Welche freiwilligen Leistungen sind uns lieb und teuer und wollen wir erhalten – Freibad, Bosco…?
  • Was ist zukünftig notwendig und was wünschen wir uns?
  • Welche finanziellen Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden?
  • Finanzielle Reserven mobilisieren aus nicht genutztem Vermögen – Investitionsspielraum schaffen für Zukunftsaufgaben
  • Gautinger Gewerbe stärken und entwickeln
    • langfristig höhere Gewerbesteuereinnahmen, damit Gauting sich „Wünschenswertes“ auch leisten kann!
    • Deshalb: Handwerkerhof und Gautinger Feld schnell realisieren
    • Deshalb: Ecopark an der Grenze zu Gilching in überarbeiteter Form auf den Weg bringen!

Bezahlbarer Wohnraum – die soziale Frage unserer Zeit

Nur wenige können sich Doppelhäuser ab 1,5 Mio € aufwärts leisten. Auch ohne Zuzug gibt es großen Bedarf in Gauting für neuen Wohnraum! Das Interesse an den Wohnungen im KARLs ist sehr groß, gerade auch von Gautingern. Wir wollen nicht, dass Gauting nur noch für Wohlhabende als Wohnort in Frage kommt! Was nützen uns, wenn wir dringend benötigte neue Kindergärten bauen, aber die Betreuungskräfte nicht nach Gauting kommen wollen, weil sie hier keine Wohnung finden?

Deshalb: Alle Chancen nutzen, um unterschiedliche Wohnformen für jeden Geldbeutel zu ermöglichen:

  • Geförderten Geschoßwohnungsbau ausbauen – nicht nur am „Patchway Anger“!
  • Genossenschaftliche Modelle und innovative Konzepte – Beispiel „Baugemeinschaft Stockdorf“ – fördern und unterstützen
  • Generell mehr Wohnungsbau fördern, gerade im Ortskern Verdichtung hierfür ermöglichen!

Der Gemeinderat ist gefordert!

Der Gemeinderat darf sich nicht im „Klein-Klein“ verlieren und immer nur isoliert Einzelthemen nach Tagesaktualität diskutieren. Der „Zukunftsplan“ gehört auf die Agenda.

CSU und Grüne sind bei der geplanten Bebauung des ehem. AOA-Geländes aufeinander zugegangen und zeigen, dass gemeinsame Lösungen möglich sind. Setzt diesen Weg fort!

Ein Signal des Aufbruchs setzen – Bürgerfest im Herbst!

Die Corona-Pandemie lastet auf dem öffentlichen Leben und belastet uns alle. Wenn im Herbst die Menschen geimpft sind und das Leben sich normalisiert, schlagen wir anlässlich der Einweihung des KARLs ein großes Bürgerfest vor:

  • Die Gautinger Einzelhändler freuen sich sehr über die „Einkaufsmagneten“ Edeka und DM am Bahnhof
  • Die neuen Mieter sind froh, dass sie endlich eine neue Wohnung in Gauting gefunden haben
  • Die Gemeinde kann den „Zukunftsplan“ vorstellen!

Eine gute Gelegenheit, den Gautingern zu zeigen, dass unser Ort sich weiterentwickelt für ein modernes und lebenswertes Gauting!

Bauausschuss am Dienstag – geht es am AOA-Gelände weiter?

Quartiersentwicklung
Die Verkehrsführung und Parkplatzsituation ist die wichtigste Sorge der Anlieger

Seit der Gemeinderatswahl im März ruhen die Planungen für bezahlbaren Wohnraum am AOA-Gelände, wird das Planungsmoratorium jetzt aufgehoben? Aufgrund der Anhörung der Planer, Sachverständigen und der Eigentümer am 6.Oktober 2020 im Gemeinderat haben sich auch die Gautinger Grünen dafür ausgesprochen, die bereits weit fortgeschrittene Planung auf Basis des Siegerentwurfes des Münchner Architekturbüros H2R (städtebaulicher Realisierungswettbewerb) fortzusetzen. Dies führte zunächst bei einigen Gruppen zu einem Sturm der Entrüstung, den Grünen wurde vorgeworfen, sich mit CSU und UBG verbündet zu haben. Seitdem ist es ruhig geworden, wie ist der Stand des Projektes?

Der Bauausschuss hat im Rahmen einer nicht-öffentlichen Klausurtagung gemeinsam mit Planern und Eigentümern vor einigen Tagen weitere Detailfragen diskutiert. Kernanliegen der Grünen ist es, die Anzahl der zu bauenden Parkplätze in der Tiefgarage deutlich zu reduzieren. Dadurch entstehende Einsparungen aber zu nutzen, um ein Mobilitätskonzept mit attraktiven Möglichkeiten für Car-/Bikesharing, wohnortnahe Versorgung nicht nur mit Supermarkt sondern auch mit Gemeinschaftsflächen für soziale Angebote, eine weiter verbesserte Kinderbetreuung direkt im Wohngebiet, hohe Aufenthaltsqualität mit begrünten Flächen und klimaschonender Energieversorgung (Fernwärme aus Geothermie) zu realisieren.

Parallel dazu haben mehrere Gemeinderäte der Grünen in zwei Zoom-Konferenzen den Dialog mit den Anwohnern gesucht, um hier Besorgnisse und Anregungen kennenzulernen und aufnehmen zu können für die Detailberatung der Planung. Um es kurz zu machen: die ohnehin etwas skeptischen Anwohner haben insbesondere Sorgen hinsichtlich der Verkehrs-und Parksituation. Das ist natürlich verständlich, viele können sich noch an die Verkehrssituation erinnern als der AOA noch in Betrieb war. Und da wächst die Begeisterung nicht, wenn die Grünen jetzt eine Reduzierung der zu schaffenden Parkflächen vorschlagen verbunden mit der Erwartung, dass die Bewohner zukünftig weniger Autos besitzen, sondern mehr auf Rad usw. umsteigen. Niemand, der dort bereits lebt möchte gerne in einem grünen „Verkehrslabor“ landen, um dann womöglich später festzustellen, dass die gutgemeinten Vorstellungen mit dem Verhalten der Menschen in der Wirklichkeit nicht übereinstimmen.

Deutlich geworden ist aber auch, dass die Gautinger Grünen hier in keiner Weise einen Ansatz der Umerziehung der Menschen mit  „Öko-Ideologie“ verfolgen. Ihr Ziel ist es, ein zeitgemäßes Wohnquartier in Orts- und S-Bahn-Nähe zu realisieren, dass es leichter macht, alternative Verkehrsmittel bequem zu nutzen. Da muss gar nicht jeder mitmachen, aber Bürgern, die dafür offen sind, sollen ermutigt werden. Wir kennen es alle aus den Schulferien – wenn nur 10-20% weniger Autos unterwegs sind, gibt es auf einmal deutlich weniger Stau und Probleme. Ein weiterer wichtiger Aspekt scheint zu sein, dass der normalerweise angewandte Stellplatzschlüssel von 1,0-2,0/Wohnung (abhängig von der Größe) hier ohnehin etwas überdimensioniert ist. Der Verband Wohnen hat signalisiert, dass bereits heute typischerweise im geförderten Wohnungsbau ein geringerer Bedarf in der Praxis besteht. Eindeutig positiv zu bewerten ist es, dass die Grünen hier offenbar keinen dogmatischen Ansatz verfolgen. Es gab das klare Signal, auch die Sorgen der Anwohner aufzunehmen und bei der ganzen weiteren Detailplanung realistisch vorgehen zu wollen, um möglichst für alle Beteiligten akzeptable Lösungen zu finden. Insgesamt sehr erfreulich, wie sachbezogen und ruhig die Diskussion geführt wird.

Erfreulich ist das klare Bekenntnis der Grünen, einen jahrelangen Stillstand am AOA-Gelände oder gar einen Rückfall auf die veraltete und viel nachteiligere Planung nach dem aktuell gültigen Bebauungsplan vermeiden zu wollen. Die Grünen sehen die große  Chance an dieser zentrumsnahen Lage zukunftsweisenden Geschoßwohnungsbau („sozial-ökologische Mustersiedlung“) zu realisieren und Menschen mit geringem Einkommen bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen. Dadurch kann ein wichtiger Beitrag geleistet werden, dass in der Gautinger Bevölkerung eine gute gesellschaftliche Mischung weiter besteht. Auf dieser Basis sollte im Gautinger Gemeinderat doch eine sehr breite Mehrheit  für das Projekt zu erreichen sein?

Am Dienstag steht das Thema auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Es bleibt spannend!

Große Überraschung im Gemeinderat – Bebauung AOA-Areal geht weiter

Überraschende Kehrtwende im Gautinger Gemeinderat zur Bebauung des AOA-Areals! Nachdem vor 2 Wochen alle anwesenden Fachleute und die Bauherren vom Verband Wohnen, Kath. Siedlungswerk und Familie Müller sachlich und klar für das erarbeitete Konzept geworben und dringend vor einem Rückfall auf den alten und noch bestehenden Bebauungsplan gewarnt hatten, fand der ursprüngliche Antrag des MPB (Grüne, SPD, Piraten, FDP und MiFü), der faktisch ein Ende des Projektes bedeutet hätte, am 20.Oktober keine Mehrheit im Gautinger Gemeinderat!

Stattdessen beschloss der Gemeinderat auf Antrag der Grünen mit den Stimmen von Grünen, CSU und UBG (und in einzelnen Punkten der Piraten) einen geänderten Antrag, der das Ziel hat das bereits weit fortgeschrittene Verfahren und Konzept fortzuführen, aber insbesondere im Hinblick auf Mobilitätskonzept, soziale Nutzungen, Ergänzung des geplanten Vollsortimenters um Geschäfte des alltäglichen Bedarfs (Schuster usw.), Berücksichtigung der Folgekosten und Schaffung von Wohnraum auf dem Grundstück der Gemeinde im Erbbaurecht als genossenschaftliches Modell weiterzuentwickeln und zu präzisieren.

Insbesondere die Grünen und die CSU haben die letzten Tage offenbar intensiv genutzt, um über Kompromisse und den Weg zu konstruktiven Lösungen im Sinne einer guten Weiterentwicklung Gautings und für bezahlbaren Wohnraum nachzudenken. Dafür mussten die Grünen Beschimpfungen durch Vertreter der unterlegenen Fraktionen („Bettvorleger der CSU“) hinnehmen.
Respekt für Grüne und CSU! Auch die CSU ist deutlich auf die Grünen und Ihre Anliegen zugegangen. Immerhin bestand Einigkeit bei allen Gemeinderäten, dass eine Fernwärmeversorgung des neuen Quartiers aus der geplanten Geothermieanlage in Unterbrunn erfolgen soll.

Gratulieren kann man auch unserer 1.Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger. Ihre sehr sachliche und kompromissorientierte Leitung der Diskussion im Gemeinderat und die Einladung der sachkundigen Experten in die Sitzung hat die Basis dafür gelegt, dass zumindest Grüne, CSU und UBG nun auf eine gemeinsame Lösung für den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum und eine gute Ortsentwicklung im Gautinger Westen hinarbeiten. Hoffen wir, dass in den jetzt anstehenden Gesprächen und Prüfungen im Bauausschuss konstruktiv und zügig ein gute Lösung mit breiter Mehrheit gefunden wird und sich auch die anderen Gruppen hier nicht verweigern!

Droht am AOA-Gelände jahrelanger Stillstand?

Sachlich und informativ ging es am Dienstag im Gemeinderat zu, das war ja zuletzt gar nicht mehr selbstverständlich. Einziger Tagesordnungspunkt war die geplante Bebauung des AOA-Areals. Bekanntlich ist in einem mehrjährigen Prozess hier ein umsetzungsreifes Konzept entstanden für ein Ortsquartier im Westen Gauting mit einem hohen Anteil bezahlbarer Wohnungen, der zugehörigen Infrastruktur wie Einkaufsmöglichkeiten, Kindergarten, Café und einem großen öffentlichen Grünflächenanteil. Ein „Mehrparteienbündnis (MPB)“ aus Grünen, SPD, Piraten, FDP und MiFü, das im neugewählten Gemeinderat über eine Mehrheit verfügt, möchte diese Planung grundlegend verändern. 90 Minuten trugen die beteiligten Fachplaner und die Eigentümer und Bauherren vom Verband Wohnen, dem Katholischen Siedlungswerk und der Familie Diehl ihre Überlegungen vor und setzten sich mit den Änderungsvorschlägen des MPB auseinander. Vor gefüllten Zuhörerrängen interessierter Bürger waren diese Vorträge wie die anschließenden Rückfragen und Erläuterungen aus dem Gemeinderat sachlich und informativ, man hörte sich wechselseitig zu!

Ausgangslage: Was gilt eigentlich aktuell?

Es gibt einen aktuellen, rechtskräftigen Bebauungsplan aus 2002, der den Eigentümern Baurecht gibt. Auf dem AOA-Gelände könnte ein sehr großer Baukörper mit über 17.000 qm Geschossfläche entstehen für gewerbliche Nutzung mit etwa 450 Mitarbeitern. Zum südlichen Areal ist zur Abgrenzung mit der Wohnbebauung eine doppelstöckige Abriegelung mit einer oberirdischen Hochgarage vorgesehen. Auf den Grundstücken könnte Wohnbebauung mit 10.400 qm Wohnfläche entstehen. Öffentlich zugängliche Grünflächen sind nicht möglich. Die verkehrlichen Auswirkungen wären gravierend.

Dieses Konzept gilt als städtebaulich verunglückt, niemand war damit glücklich und deshalb haben sich die drei Grundstückseigentümer und die Gemeinde Gauting vor vier Jahren auf den Weg gemacht, ein besseres Konzept zu verwirklichen.

Kritikpunkt 1: kein Supermarkt an der Ammerseestraße, dafür kleine Läden und „stilles Gewerbe“

Das MPB möchte dort gerne kleinteilige Einzelhandelsflächen realisieren und nicht störendes Gewerbe realisieren. Die Wohnnutzung soll auf maximal 30 % der Geschoßfläche begrenzt werden. Zu diesen Überlegungen gab es starke Einwände der Fachleute. Die Einzelhandelsexperten von Popien+Partner, www.popien-partner.de, machten unmissverständlich klar, dass isolierter kleinteiliger Einzelhandel wirtschaftlich keine Perspektive hat und sich hier nicht realisieren lässt. Ein integrierter Vollsortimenter in Gauting-West mache von der Versorgungsstruktur her Sinn und würde zudem den Verkehrsdruck in Richtung Bahnhofstrasse abmildern. Natürlich wäre ein Vollsortimenter in der Tallage oder auf dem Buchendorfer Berg auch sehr gut, dafür gebe es aber in Gauting keine realistische Standortmöglichkeit. Die Zukunft des Edeka-Express am Hauptplatz sei– völlig unabhängig von der Entscheidung zum AOA –  mittelfristig unsicher und für die Entscheidung hier eigentlich nicht relevant. Zwischenfazit: die Ablehnung eines Vollsortimenters am AOA wäre eine gravierende kommunalpolitische Fehlentscheidung. Popien und Partner führen aktuell ergänzend eine Erhebung zum Einkaufsverhalten der Gautinger durch. Klare Empfehlung, keine unwiderrufliche Entscheidung zu treffen, bevor diese Ergebnisse nicht vorliegen.

Und wie schaut es mit stillem Gewerbe für Büros aus? Auch hier waren die anwesenden Wirtschaftsförderer, die Herren Kühnel-Widmann (Gauting) und Winkelkötter (gwt, Landkreis Starnberg) sehr zurückhaltend. Es gäbe vereinzelt Bedarf für solche Flächen, vor allem von Münchner Firmen, die eine Verlagerung ins Umland wollen. In der Regel sei das aber immer in Verbindung mit Produktions-und Logistikflächen zu sehen und nicht als Mietobjekte. In keinem Falle bestehe ein Bedarf in der jetzt vom MPB gewünschten Größenordnung. Die Verkehrsplanerin Frau Picha-Rank vom Büro Obermeyer machte deutlich, dass bei einem solchen Konzept – sofern die Flächen nicht wegen mangelnder Vermietbarkeit leer stehen würden – die verkehrlichen Auswirkungen sehr viel gravierender seien als bei der aktuellen Planung.

Kritikpunkt 2: weniger bezahlbare Wohnungen auf dem südlichen Teil des Areals

Die aktuell geplante Geschoßfläche auf den Flächen für Verband Wohnen und Katholisches Siedlungswerk soll um 25 % von 15.234 auf 11.600 qm reduziert werden. Michael Vossen (Verband Wohnen) und Steffan Geissler (Kath. Siedlungswerk) machten zunächst deutlich, dass sie seit vielen Jahren gute Partner der Gemeinde Gauting sind und als gemeinwohlorientierte Wohnungsbauunternehmen die Gewähr dafür bieten, langfristig günstige Mieten für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen anzubieten. Die Wohnungen werden bevorzugt an Gautinger vermietet, beim Verband Wohnen hat die Gemeinde sogar für 80 % und bei Nachvermietung sogar für alle Wohnungen das Belegungsrecht. So betrage die Durchschnittsmiete für die Wohnungen an der Danziger Straße 6,19 €, obwohl diese bereits seit 2013 aus der Förderung herausgefallen ist und deutlich höhere Mieten damit möglich wären. Auf die Frage aus dem Gemeinderat, ob sie denn auch bauen würden auf Basis des alten Bebauungsplans, machten beide klar, dass sie dies für Gauting für einen enormen Rückschritt halten würden. Der alte Bebauungsplan sei städtebaulich das deutlich schlechtere Konzept und nicht mehr zeitgemäß. Aufgrund der schlechteren Wirtschaftlichkeit müssten die Mieten dann auch um ca. 0,5 – 1 € höher ausfallen.

Kritikpunkt 3: die Wohnungen auf dem Grundstück der Gemeinde Gauting

Hier wünscht das MPB ein völlig anderes Konzept. Das Thema konnte aus Zeitgründen am 6.10. nicht mehr diskutiert werden.

Wie geht es nun weiter?

Herr Blauhöfer als Vertreter der Familie Müller (AOA – Diehl) machte klar, dass die Familie natürlich bereit sei, über weitere Details im Konzept zu sprechen, reagierte z.B. offen auf die Anregung zur Einrichtung von Co-Workings-Spaces oder die Einrichtung von Flächen für moderne Mobilitätslösungen, d.h. Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge und Stellplätze für Lastenfahrräder. Zugleich aber die Aussage, dass man nicht bereit sei eine völlig grundlegende Änderung des Konzeptes mitzugehen, insbesondere wenn dieses am Bedarf vorbei gehe und Leerstand auch nach einer Neubebauung drohe. Sollte der Gemeinderat das Projekt stoppen, werde man in Ruhe prüfen, welche Folgerungen sich daraus ergeben. Es sei auch denkbar, in den nächsten Jahren das bestehende Gebäude in Abschnitten zu vermieten für gewerbliche Nutzungen, die dort als Zwischenlösung hineinpassen.

Der Gemeinderat wird die Diskussion in seiner Sitzung am 20.10. fortsetzen. Vielleicht eine sinnvolle Pause, damit alle die Argumente und Informationen sacken lassen können. Bitter wäre es, wenn – wie so oft in der Gautinger Vergangenheit – am Ende wieder alles auf die lange Bank geschoben wird. Aber vielleicht finden die Gruppierungen im Gemeinderat die Kraft eine gemeinsame Lösung zu finden, die nicht so offensichtlich in eine Sackgasse führen?

Wir wünschen unserer Bürgermeisterin Brigitte Kössinger und dem neuen Gemeinderat viel Erfolg und eine gute Hand!

Am Dienstag tritt der neugewählte Gemeinderat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen – Corona bedingt in der Mehrzweckhalle in Unterbrunn. Corona wird weit über die unmittelbaren Folgen der Pandemie hinaus auch Gauting noch lange beschäftigen – wahrlich keine leichten Aufgaben, denen sich Bürgermeisterin, Gemeinderat und die Gemeinde insgesamt stellen müssen!

Die absehbaren Konsequenzen der starken Rezession für die Gautinger Gemeindefinanzen aufgrund von Corona sind sehr beunruhigend. Sofern die Gemeinden nicht starke Hilfen von Bund oder Land bekommen, wird auch die Gemeinde Gauting insbesondere viele freiwillige Leistungen auf den Prüfstand stellen müssen. Hier wird es darauf ankommen, dass im Gemeinderat unabhängig von der Parteizugehörigkeit ein gutes Miteinander herrscht und gerade bei notwendigen unangenehmen Entscheidungen sich die Gruppen nicht gegenseitig ausspielen. Im vorigen Gemeinderat ist das gut gelungen, ob das wieder möglich sein wird?

ZukunftGauting fordert den neue Gemeinderat auf, gerade jetzt die wichtigen Zukunftsthemen für Gauting anzupacken:

  • Bezahlbarer Wohnraum hat nichts von seiner Wichtigkeit verloren!
    Die Planung für das ehemalige AOA-Gelände ist bereits weit fortgeschritten. Gut ist, dass sich alle Gruppierungen im Grundsatz für die Bebauung des Areals mit bezahlbarem Wohnraum aussprechen. Es gibt aber ganz unterschiedliche Detailvorstellungen, insbesondere wollen einige Gruppen deutlich weniger Wohnraum schaffen als bislang vorgesehen. Weniger Wohnraum bedeutet wiederum höhere Mieten, gerade nach Corona eine zusätzliche Belastung für Menschen mit kleinerem Geldbeutel. Die größte Gefahr: es gibt einen fortdauernden Stillstand beim AOA-Gelände und es kommt zu gar keiner Bebauung, weil sich kein guter Kompromiss zwischen allen Beteiligten finden lässt. Hier sind alle Gruppierungen gefordert, gerade nach Corona ihre bisherigen Positionen zu überdenken!
  • Verbesserung der Grundlagen für unsere Gemeindefinanzen dringender denn je notwendig!
    • Die Einnahmen der Gemeinde aus Einkommens- und Gewerbesteuer werden sich absehbar deutlich verschlechtern, jetzt rächt sich, dass Gauting selbst in guten Jahren keine Rücklagen bilden konnte. Umso wichtiger, dass die nötigen Entscheidungen getroffen werden, um langfristig Gauting strukturell höhere Einnahmen zu sichern!
    • Für den Asto-Ecopark gibt es weiterhin eine klare Mehrheit im Gautinger Gemeinderat. Gut ist, dass bereits vor der Wahl deutliche Signale von verschiedenen Gruppen gekommen sind, bei der Planung Modifikationen vorzunehmen, die insbesondere auf die Gilchinger Einwände eingehen (Stichwort „Unterbrunner Holz“). Auch unser neuer Landrat Stefan Frey unterstützt Gauting bei der Verbesserung seiner Gewerbesteuereinnahmen. Eine Moderation durch den Landrat kann helfen, um alle beteiligten Gemeinden an einen Tisch zu bekommen und eine für alle akzeptable Lösung zu finden.
    • Die Gemeindeverwaltung sollte dabei deutlicher als in der Vergangenheit die Berechnungen für die erforderlichen Investitionen durch die Gemeinde zur Realisierung des Ecoparks und das Potential für strukturelle Mehreinnahmen transparent machen. Dadurch kann den Kritikern in Gauting gezeigt werden, dass man ihre Bedenken ernst nimmt.
  • Ortsentwicklung um das Bahnhofsareal darf nicht stecken bleiben!
    • Die Ortsentwicklung um den Bahnhof sollte auf Basis der Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs weitergeführt werden und die konkrete Umsetzung, ggf. in Teilschritten, auf den Weg gebracht werden.
    • Andere Wünsche und Projekte müssen möglicherweise aufgrund der Finanzsituation zunächst zurückstehen.

Die Arbeit des vorherigen Gemeinderat hat ausgezeichnet, dass dort vieles angepackt wurde, was lange liegengeblieben war und wichtige Themen gelöst oder auf einen guten Weg gebracht wurden. Dies fast immer in sehr sachlichem und konstruktivem Dialog zwischen den einzelnen Gruppen. Viele wichtige Entscheidungen wurden fraktionsübergreifend dann auch mit sehr großen Mehrheiten beschlossen. Viele Gautinger wünschen sich, dass es in diesem Sinne ein „Weiter so!“ auch im neuen Gemeinderat gibt. Man hat in den letzten Wochen gemerkt, dass einzelne Gruppen den Wahlkampf auch nach Abschluss der Wahl fortsetzen möchten und möglicherweise einen sehr viel konfrontativeren Weg in Gauting einschlagen wollen. Der Wahlkampf ist zu Ende, jeder sollte das demokratische Wahlergebnis nun akzeptieren, auch wenn Entscheidungen knapp ausgefallen sind. Konfrontation und persönliche Herabsetzung sollte nicht der neue Stil in Gauting werden!

Kommunalwahl im Zeichen von Corona – was wird nun kommen?

Die Kommunalwahl im Zeichen von Corona ist mit der – sehr knappen – Bestätigung der amtierenden Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger nun zu Ende gegangen. In der aktuellen globalen Krise erscheinen unsere Gautinger kommunalpolitischen Themen naturgemäß viel kleiner und für viele als Luxusprobleme angesichts ungewisser Zukunftsperspektiven überall, auch für viele Menschen in Gauting, die sich als Selbständige oder mittelständische Unternehmer Sorgen um Ihre Firmen und wirtschaftliche Existenz machen oder als Arbeitnehmer um den Bestand ihres Arbeitsplatzes. Gerade deshalb ist es gut, dass wir hier nun wieder Klarheit haben.
 
Die Ergebnisse der Wahl zum Bürgermeister wie Gemeinderat haben sicherlich deutlich gemacht, dass der von Frau Dr. Kössinger und dem Gemeinderat nach der Wahl 2014 eingeschlagene Kurs der Veränderung und des Aufbruchs in Gauting zumindest in Teilen der Wählerschaft auch erhebliche Widerstände erzeugt hat. Nach der Wahl vor sechs Jahren waren viele in Gauting froh, dass wichtige Themen endlich angepackt wurden, die lange liegen geblieben waren. Diese Aufbruchstimmung ist aber nach sechs Jahren vergangen. Die Baustelle mit Lärm und Verkehrsbelastung am ehem. Grundschulareal als besonderes Zeichen für die Weiterentwicklung von Gauting mag auch aktuell bei vielen für Verdruss gesorgt haben. Und vieles ist noch nicht soweit fortgeschritten, dass gute Ergebnisse für jedermann erfahrbar wurden. So entstand in einem Teil der Bevölkerung die Stimmung eines „nicht soviel und nicht alles gleichzeitig“.
 
Bei mancher polarisierenden Diskussion im vergangenen Wahlkampf ist dabei völlig untergegangen, dass der Gemeinderat in der vergangenen Periode viele wesentliche Entscheidungen einstimmig oder doch mit sehr großen Mehrheiten fraktionsübergreifend gefasst hat nach oft langer und gründlicher Diskussion. Dies ist ein Verdienst nicht zuletzt auch der Bürgermeisterin. Es bleibt abzuwarten, ob der von manchen Gruppen proklamierte „Richtungswechsel“ oder das „Mehr an Miteinander“ nun ein Wechsel zu mehr Konfrontation und Streit sein wird. Es wird von allen Beteiligten abhängen, ob nach Ende des Wahlkampfes eine konstruktive und sachorientierte Diskussion in den Vordergrund rückt, wie es die Arbeit des letzten Gemeinderates geprägt hat.
 
Im Moment weiß keiner, welche Themen und Herausforderungen auf Gauting zukommen werden. Die Sorge ist aktuell natürlich groß, dass die Finanzsituation von Gauting sich durch rückläufige Steuereinnahmen weiter verschlechtern wird. Dies ist gewiss keine gute Nachricht im Hinblick auf die vielen freiwilligen Leistungen, die die Gemeinde bis heute noch für die Bürger erbringt. 
 
Wir werden als ZukunftGauting auch zukünftig die Entwicklungen und Vorhaben in und für unsere Gemeinde begleiten. Und wo es nötig ist, werden wir auch klar Position beziehen. Wir werden uns weiterhin für ein „modernes und lebenswertes Gauting“ einsetzen und all diejenigen unterstützen, die sich hierfür mit konkreten Vorhaben einsetzen. Über Ihr Mitwirken und Ihre Anregungen freuen wir uns immer!

ZukunftGauting unterstützt bei der Bürgermeister-Stichwahl am 29.3. die Wiederwahl von Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger

Aufgrund der unterschiedlichen politischen Ziele der beiden verbliebenen Kandidaten für das Amt des 1.Bürgermeisters in Gauting unterstützt ZukunftGauting Dr. Brigitte Kössinger und wirbt für die Wiederwahl der amtierenden Bürgermeisterin. ZukunftGauting setzt sich seit der Gründung des unabhängigen und überparteilichen Vereins für die Weiterentwicklung unseres Ortes im Sinne eines „modernen und lebenswerten Gautings“ ein. Bezahlbarer Wohnraum, Weiterentwicklung des Ortes, Erhalt und Schaffung guter Bedingungen für Gautinger Unternehmen und die Ansiedelung von Unternehmen in den neuen Gewerbegebieten sind entscheidende Aufgaben der nächsten Jahre. Letzteres war schon vor der aktuellen Krise eine zentrale Aufgabe, es wird in der Zukunft im Hinblick auf die Arbeitsplätze und Existenz vieler Bürger in Gauting noch viel entscheidender darauf ankommen.  „Bei aller persönlichen Wertschätzung für Herrn Knape vertritt Frau Dr. Kössinger diese Anliegen klar, kompetent und verlässlich. Deshalb unterstützen wir sie in dieser konkreten Stichwahlsituation“ erklärt der Vorstand von ZukunftGauting e.V.

Scharf verurteilt ZukunftGauting die SPD, die Herrn Knape in einem in den letzten Tagen an alle Haushalte verteilte Flugblatt unterstützt. „Schlimm ist, dass ausgerechnet in diesen Tagen die Gautinger SPD die Bürgermeisterin in extrem unsachlicher Form angreift mit falschen Behauptungen und Verunglimpfungen auch gegenüber Mitarbeitern im Rathaus“ kritisiert der ZukunftGauting- Vorstand. Wenn dieser Stil „das Mehr an Miteinander“ sein soll, ist er der falsche Weg. Diesen „Richtungswechsel“ sollten die Gautinger nicht unterstützen und das auch in der Bürgermeisterwahl klar zum Ausdruck bringen.

Für ein modernes und lebenswertes Gauting – Wahl zum Bürgermeister und Gemeinderat am 15. März!

In Gauting ist seit 2014 vieles in Bewegung gekommen, endlich wurden anstehende Themen entschieden, umgesetzt oder auf den Weg gebracht.

Beim Bürgerentscheid 2018 zur Bebauung des ehem. Grundschulareals hat eine 2/3-Mehrheit der Gautinger Bürger sich bei sehr hoher Wahlbeteiligung für eine Weiterentwicklung im Ortskern und gegen den Stillstand entschieden!

Vieles dauert aber immer noch lange und die Gemeinde Gauting hat weitere wichtige Zukunftsaufgaben vor sich, damit auch die nächsten Generationen eine gute Zukunft in Gauting vorfinden:

  • Bezahlbarer Wohnraum für jedermann!
  • Verbesserte Gewerbesteuereinnahmen um ein lebendiges und lebenswertes Gauting – Kultur, Sport, Vereine, Kinderbetreuung und vieles mehr – für alle Bürger gut finanzieren zu können!
  • Unternehmen und zukunftsfähige Arbeitsplätze müssen in Gauting gehalten werden und sich gut entwickeln können!
  • Energiewende gestalten durch konkrete Projekte wie die Geothermie in Verbindung mit dem Asto Ecopark!
  • Weiterentwicklung der Ortsmitte insbesondere rund um das Bahnhofsareal!

Wir bitten Sie daher:

  • Informieren Sie sich, welche Gruppierungen und Kandidaten Gauting entschlossen voranbringen wollen!
  • Haben Sie gesundes Misstrauen gegenüber allen, die neue Wohltaten und Projekte verkünden ohne sagen zu können, wie sie es seriös finanzieren!

Als überparteiliche Bürgervereinigung, deren Mitglieder zum ganz überwiegenden Teil gar keiner Partei angehören, sich zugleich aber einzelne unserer Mitglieder in unterschiedlichen Gruppierungen engagieren und teilweise auch für den Gemeinderat kandidieren, wollen wir keine Empfehlung für eine bestimmte Gruppierung vornehmen.

Wir wollen es Ihnen aber so leicht wie möglich machen, sich ein eigenes Bild zu verschaffen, hier unser Überblick.

Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Gauting

Die 1. Bürgermeisterin, Dr. Brigitte Kössinger (CSU) bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Sie hat vier männliche Herausforderer: Hans-Wilhelm Knape (Die Grünen, unterstützt durch die SPD), Tarek Luft (Piraten/MfG), Wolfgang Meiler (BiG) und Dr. Jürgen Sklarek (MiFü82131)

Wahl zum Gemeinderat – welche Listen stehen zur Auswahl?

Die Bürger können zwischen 7 Listen und deren Kandidaten auswählen. Einmal die Listen der Parteien CSU, Grüne, FDP, SPD und Piraten. Bei Letzteren ist die Besonderheit, dass sie eine Listenverbindung mit der Gruppe MfG eingegangen sind.

Und als parteiunabhängige Gruppen die Unabhängigen Bürger Gauting (UBG) und die Gruppe MiteinanderFüreinander (MiFÜ82131).

Die im jetzigen Gemeinderat vertretenen ÖDP und BiG treten nicht wieder zur Wahl an.

Die CSU (9 Gemeinderäte aktuell)

  • 30-köpfige Liste (10 Frauen, 20 Männer). Link
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Dr. Brigitte Kössinger, Florian Egginger, Eva-Maria Klinger, Max Platzer, Marion Roßberger, Wolfgang Kestelspitz und Silvia Bauer-Wildt.
  • Das Wahlprogramm „Gauting in guten Händen“ finden Sie hier.

Die Grünen (4 Gemeinderäte)

  • 30-köpfige Liste (je 15 Frauen und Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Hans Wilhelm Knape, Dr. Michaela Reissfelder-Zessin, Anne Franke, Dr. Matthias Ilg, Annette Derksen, Heinrich Moser und Claudia Nothaft
  • Das Wahlprogramm „Weil wir hier leben“ finden sie hier.

Die Unabhängigen Bürger Gauting (UBG) (3 Gemeinderäte)

  • 30-köpfige Liste (16 Frauen, 14 Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Richard Eck, Ariane Eiglsperger, Dr. Andreas Albath, Kirsten Platzer, Markus Proksch, Jasmin Klingan und Martin Raaf
  • Das Wahlprogramm „Unser Gauting – jetzt weiterentwickeln!“ finden Sie hier.

Die FDP (2 Gemeinderäte)

  • 30-köpfige Liste (12 Frauen, 18 Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Markus Deschler, Britta Hundesrügge, Victoria Beyzer, Eva Schroth, Hans-Jürgen Heeb, Dr. Hans-Jürgen Bruer und Gisela Lahm
  • Das Wahlprogramm „Für Gauting – unser Zuhause“ finden Sie hier.

MiteinanderFüreinander(MiFü82131) (2 Gemeinderäte)

  • 10-köpfige Liste (4 Frauen, 6 Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Dr. Jürgen Sklarek, Stefanie Pahl, Ibrahim Grundner, Katharina Sütterlin, Dr. Sybille Kramer, Harald Ruhbaum und Ulrike Hajredrini
  • Das Wahlprogramm finden Sie hier.

MenschenfürGauting(MfG)/ Piraten (1 Gemeinderat)

  • 30-köpfige Liste (11 Frauen, 19 Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Philine Ertsey, Tarek Luft, Tobias McFadden, Stefan Berchthold, Sebastian Fuchsberger, Hannah Runkist und Alexandra Menschik
  • Ein Wahlprogramm hat diese Gruppierung nicht aufgestellt.

SPD (kein Gemeinderat)

  • 15-köpfige Liste (4 Frauen, 11 Männer)
  • Ihre Spitzenkandidaten sind: Eberhard Brucker, Dr.Carola Wenzel, Oliver Meyer, Hannelore Krumbholz, Ingo Hugger, Christel Romero-Stempel und Klaus Jürgen Smieskol
  • Das Wahlprogramm „Richtungswechsel“ finden Sie hier.

Und nun sind Sie dran: Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch, damit Bürgermeister und Gemeinderat eine starke Legitimation für Ihre Arbeit bekommen!

 

Beim Ecopark kommt Bewegung rein – Gautinger Grüne verbreiten Fake-News

ASTO EcoparkÜber das Gautinger Vorhaben den Asto Ecopark am Südrand des Gilchinger Gewerbegietes anzusiedeln ist in den letzten Tagen in der Presse intensiv berichtet worden. Dabei geht einiges durcheinander, leider auch deshalb weil die Gautinger Grünen und ihr Bürgermeisterkandidat Hans-Wilhelm Knape eine Falschmeldung über die angebliche Beendigung des Projektes veröffentlicht haben. Tatsächlich ist genau das Gegenteil richtig. Wir fassen zusammen wie der aktuelle Stand ist.

Deutschland mühsam Planungsland – Ecopark-Planung ist trotzdem auf gutem Wege

Im Herbst 2018 hat Gauting die sog. „frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange“ begonnen, Stellungnahmen eingeholt von Nachbargemeinden, der Naturschutzbehörde und anderen staatlichen Institutionen. Zahlreiche Hinweise, Anregungen und Bedenken wurden vorgebracht, mit denen sich die Gemeinde Gauting auseinandersetzen muß und ggf. als Modifikationen in die Planung einfließen lässt. Dieser Prozess ist nicht abgeschlossen und wird auch im Jahr 2020 weitergehen. Der neu zu wählende Kreistag wird über die Herausnahme der Flächen im  Unterbrunner Holz entscheiden vor dem Hintergrund, dass Gauting mit dem Faktor 1,3 (ursprünglich war Faktor 1,1 vorgesehen) wegfallende Fichtenbestände durch gesunden Mischwald ersetzen und den Bannwald damit vergrößern will. Soweit ganz normales Planungsprozedere und leider – deutsche Realität in unserer durchregulierten Gesellschaft – keine schnelle Angelegenheit.

Gilching blockiert und belastet das gute nachbarschaftliche Verhältnis

Der Gilchinger Bürgermeister Walter – stark unter Druck gesetzt durch die Gilchinger „ProBannwald“-Initiative – lässt aber leider jede vernünftige Gesprächsbereitschaft im Vorfeld der Kommunalwahl vermissen. Kategorisch lehnte er – zuletzt im Januar bei einer Diskussion der Landratskandidaten im Gilchinger Rathaus – unter Verweis auf die zahlreichen neuen Gilchinger Gewerbegebiete ein solches auf Gautinger Flur ab mit Hinweis auf die Erholungsfunktion des Gautinger Waldes im Unterbrunner Holz für die Gilchinger Bevölkerung. Aus Gautinger Perspektive ein starkes Stück an Rücksichtslosigkeit gegenüber der Nachbargemeinde, nachdem Gilching sein Gewerbesteueraufkommen massiv erhöht hat.

CSU-Landratskandidat Stefan Frey will vermittelnde Lösung

Bei der Diskussionsveranstaltung im Gilchinger Rathaus mit den Landratskandidaten am 22.Januar erläuterte Stefan Frey, dass er – im Falle seiner Wahl zum Landrat – seine Rolle darin sieht, eine Vermittlung zwischen den Gemeinden vorzunehmen, um einen Kompromiss zu erreichen und womöglich langwierige rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Die Aussagen von Herrn Frey können hier  im O-Ton (Dauer 2:55 min) angeschaut werden. Es kann keine Rede davon sein, dass er Gauting in den Rücken gefallen ist. Genauso wenig wie die Landratskandidaten von Freien Wählern und FDP, die ebenfalls einen Ausgleich zwischen Gauting und Gilching anmahnten. Damit hat Herr Frey sich völlig anders positioniert als die Landratskandidatin der Grünen, Martina Neubauer, die kategorisch jeden Kompromiß abgelehnt hat und Gauting das Gewerbegebiet am Südrand zu Gilching verwehren will.

Die Gautinger Haltung

Alle relevanten kommunalpolitischen Gruppen in Gauting stehen hinter dem Asto Ecopark, der mit großer fraktionsübergreifender Mehrheit im Gemeinderat auf den Weg gebracht worden ist. Ausnahme sind die Gautinger Grünen, die das Gewerbegebiet im Hinblick auf den Eingriff in das Unterbrunner Holz grundsätzlich ablehnen.

Die Gautinger Bürgermeisterin Dr.Brigitte Kössinger hat – entgegen allen anderen Behauptungen – bereits frühzeitig das Gespräch mit der Nachbargemeinde gesucht, mit dem Bürgermeister-Kollegen gesprochen und im Gilchinger Gemeinderat vorgestellt. Gauting war immer schon zu einer guten Abstimmung mit Gilching bereit.

Aus den Reihen der UBG (Unabhängige Bürger Gauting) und der FDP, die beide den Asto Ecopark klar befürworten, gab es nun auch aktuell die Anregung, Modifikationen des Planungskonzeptes zu prüfen, um die Widerstände in Gilching nach der Wahl zu reduzieren und im Kreistag eine Zustimmung zu dem Projekt zu bekommen.

Bürgermeisterin Brigitte Kössinger hat ihre Bereitschaft zur Verständigung mit Gilching daraufhin wiederholt unter der Voraussetzung, dass Gilching die Totalopposition zu dem Gautinger Vorhaben aufgibt und konstruktiv an den zu lösenden Fragen mitwirkt. Dann wäre es beispielsweise möglich, den Eingriff ins Unterbrunner Holz zu reduzieren und das Gewerbegebiet etwas weiter nach Osten näher an die von Unterbrunn kommende Umgehungsstraße zu rücken.

ZukunftGauting eV. hält die Realisierung des Asto Ecoparks für ein zentrales Schlüsselprojekt für die langfristige Entwicklung von Gauting. Nicht nur wegen der Finanzsituation der Gemeinde sondern auch im Hinblick auf die Realisierung der Geothermie im unmittelbaren Anschluss an den Ecopark, mit dem 30.000to CO2 eingespart werden können und ein echter Beitrag zur Energiewende im Landkreis Starnberg geleistet werden kann. Aber es geht in der Politik nicht um Rechthaberei, sondern um konkrete Ergebnisse. Und insofern ist es vernünftig, dass Gauting hier überlegt, wie es seine Ziele am besten erreichen kann. Immerhin hat der Gilchinger Bürgermeister laut Starnberger Merkur ganz aktuell seine Gesprächsbereitschaft erklärt, vielleicht ein erster kleiner Schritt.

Die Reaktion der Gautinger Grünen

Ja, es ist Wahlkampf. Aber es ist schon erstaunlich, dass die Gautinger Grünen in einer offiziellen „Pressemitteilung“ letzte Woche das angebliche „Aus“ für den Ecopark und den Rückzug aus dem Projekt bejubeln (Bürgermeisterkandidat Hans-Wilhelm Knape „Das Scheitern war vom ersten Tag an vorprogrammiert.“). Gegenüber dem Starnberger Merkur hat er auf Rückfrage die falsche Tatsachenmeldung inzwischen eingeräumt. Herr Knape ist ein respektabler und ernsthafter Mann, der so ein Verhalten gerade als Bewerber für das Bürgermeisteramt gar nicht nötig hat.

Es bleibt zu hoffen, dass nach der Wahl Sachlichkeit in die Diskussion zurückkehrt. Gerade bei einer möglichen Modifikation des Projektes (auch im Sinne der Grünen bei einer Reduzierung des Eingriffs in das Unterbrunner Holz)  ohne die Gautinger Ziele aufzugeben, sollten die Grünen sich konstruktiv verhalten. Im Interesse von Gauting und seinen Bürgern. Denn auch die Grünen wissen, wie schlecht die Gautinger Finanzlage ist.

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